Die Hardcore-Fans sitzen in der ersten Reihe. Sternenflottenoffiziere, ein medizinischer Offizier, auch ein Vulkanier. Eine Frau schaut auf den Mann auf der Bühne und sagt: "Captain Zitt hat ja seine Uniform noch nicht an." Captain Zitt heißt eigentlich Hubert Zitt, ist Elektrotechniker und Dozent an der Hochschule Kaiserslautern. Jedes Jahr fährt er durch die Republik und hält Star Trek-Vorlesungen, wie heute in Berlin. Wie funktionieren die Technologien in der Serie? Und sind sie realistisch?

Als es losgeht, steht Zitt in schwarzem T-Shirt mit rotem Schulterstreifen auf der Bühne. Auf der Brust prangt das Logo der "Vereinten Föderation der Planeten". "Wie viel Einstein steckt in Star Trek?", um diese Frage geht es ihm heute. Zitts Antwort lautet: viel. Denn Einstein erscheint nicht nur mehrmals in der Serie (Holodeck sei Dank!), auch alle wichtigen Technologien auf der Enterprise basieren auf seinen Entdeckungen.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 51 vom 17.12.2015.

Der Warp-Antrieb etwa beruhe auf Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Die besagt, dass Materie, Raum und Zeit relativ sind. Wenn die Enterprise auf Warp geht, krümmt sie den Raum – komprimiert ihn vor dem Raumschiff und dehnt ihn dahinter aus. So fliegt sie schneller als das Licht. Anders gesagt: Die Enterprise surft auf einer Welle gekrümmter Raumzeit. Physikalisch alles korrekt. Können wir also bald mit dem Warp-Antrieb rechnen? Zitt: "Das Prinzip ist erdacht und von der Natur nicht verboten." Allein, es fehlt die Energie.

In unserer Kolumne "Hörsaal", die zeitgleich in der gedruckten Ausgabe der ZEIT erscheint, schildern Autorinnen und Autoren der ZEIT Woche für Woche ihre Eindrücke von Vorlesungen an Hochschulen in Deutschland und im Ausland. Wir sind gespannt auf Ihre Diskussionen.