Sprechen wir über den wichtigsten Aspekt des allgemeinen Handelns, unter dem wir uns gegenwärtig den armen pfälzischen Flüchtlingen widmen müssen: Sprechen wir von den Menschen, von denen inzwischen ungefähr zehntausend zu uns herübergekommen sind [...]. Die große Frage, vor der wir nun stehen, lautet: Was sollen wir mit ihnen machen?

Ich sage Ihnen ERSTENS, was ich Ihnen schon zuvor zu sagen versprach, nämlich: wie Sie diese Leute so bei sich ansiedeln können, dass sie eine Bereicherung für Ihr Land darstellen, dass sie Ihre Wolle konsumieren, die Bevölkerung stärken und sich selbst versorgen [...] – sodass die Vorstellung, sie könnten den Armen das Brot aus dem Mund nehmen und unsere eigenen Leute um ihre Beschäftigung bringen, einzig und allein dazu dienen wird, uns erröten zu lassen, weil sie sich als eine Absurdität erweist, für die wir uns schämen sollten.

ZWEITENS aber muss ich, so ungern ich es tue, auch die echt englischen Gründe in Rechnung stellen, aus denen dieses einfache, gewinnbringende und gastfreundliche Experiment nicht zu Ende gebracht werden wird, sondern diese armen Menschen es mit der ganzen Entmutigung und Abwehr zu tun bekommen werden, mit der ein bösartiges, fremdenfeindliches Volk sie überhäufen kann – bis die Regierung, auf deren Kosten sie derzeit leben und die ihnen so gerne einen guten Dienst erwiese, wie sie dadurch zugleich uns selbst einen guten Dienst erwiese, gezwungen sein wird, sie wieder zu vertreiben, wohin auch immer sie kann.

Und ZULETZT umreiße ich, was mit ihnen getan werden kann oder vielmehr muss, wenn die erwähnten unglücklichen Umstände eintreten, damit uns die armen zu uns geflohenen Menschen nicht durch die Nöte und Härten des nahenden Winters [oder] das ungastliche Gemüt unseres Volkes [...] unter unseren Händen wegsterben.

Ich weiß, Sie werden Ihre wunderbare Freigebigkeit und Barmherzigkeit, mit der Sie diese Menschen unterstützen, gegen mich in Anschlag bringen, wie auch die gewaltigen Dinge, die Sie in der kommenden Kollekte für sie tun werden [...]. Aber kein Almosen oder Geschenk für ihren unmittelbaren Lebensunterhalt beantwortet die Frage nach der Ansiedlung der Familien [...]. Nennen Sie sich nie wohltätig, fremdenfreundlich und dergleichen, solange Ihre Gemeindesatzungen es nicht erlauben, dass die Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf bekommen; solange es die Besitzansprüche Ihrer Lordschaften nicht zulassen, dass sie das brachliegende Land bestellen; und solange es Ihre Gesetze über den Gemeindegrundbesitz nicht gestatten, dass Ihre Majestät die Pfälzer ansiedelt, nicht einmal in den Ländereien und Wäldern der Krone.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 01 vom 30.12.2015.

[...] Ich werde Ihnen sagen, wie diese Menschen zu unserem und auch zu ihrem eigenen allgemeinen Vorteil unter uns sesshaft gemacht werden können. Wenn Sie dies nicht wollen, kann ich auch nicht helfen. Ich kann Sie zu Ihrem Glück nicht zwingen.

Mein Vorschlag ist kurz gesagt folgender: dass die pfälzischen Ausländer in kleinen Stadtgemeinden angesiedelt werden, in kleinen Kolonien gleichsam, und zwar in den diversen Wäldern und noch nicht bestellten Landstrichen Englands, wo der Boden reich und gut ist. Wenn sie sich fleißig der Landwirtschaft und der Urbarmachung widmen, wird sie das nicht nur bald ernähren, sondern ihnen auch neuen Mut einflößen. [...]

Die kleinen Kolonien, die ich vorschlage, sollten aus jeweils etwa 50 bis 100 Familien bestehen, je nachdem, wie gut der Boden ist und es die Ausdehnung der Wälder oder Einöden, in denen sie angesiedelt werden, erlaubt. Aus mehreren Gründen aber sollte keine Kolonie mehr als 100 Familien umfassen, sodass sich die Sprache und die Sitten der Menschen nicht zu lange in ihrer Fremdheit erhalten. So können sie im Lauf der Zeit und dadurch, dass sie sich mit uns vermischen, eins werden mit unserem Volk, wie es auch alle anderen Nationen, die wir bislang zu Gast hatten, getan haben.

Wenn sie in kleinen Kolonien angesiedelt sind, werden die Familien, die den Boden bewirtschaften, beizeiten untereinander Arbeit finden. Zu diesem Zweck [...] müssen genügend Vertreter eines jeden Berufs zusammengebracht werden, damit sie davon leben können, dass einer für den anderen arbeitet, zumindest so lange, bis sie mit unserem Land vertraut sind, unsere Sprache gelernt haben und für sich selbst sorgen können. [...].

Auf diese Weise werden die pfälzischen Flüchtlinge das Gemeinwohl fördern, ihre Anwesenheit wird zu einem höheren Verbrauch unserer Wolle führen, und indem sie ungenutztes Land besiedeln und unsere Böden bestellen, wird das öffentliche Vermögen vergrößert. Trotzdem werden ihre Facharbeiter und Handwerker unseren Armen keinen Tag Arbeit wegnehmen, da sie doch nur füreinander arbeiten.

Damit, meine ich, habe ich in aller Klarheit dargelegt, wie man Scharen von Menschen in einen öffentlichen Segen und Vorteil verwandeln kann, indem man sie so ansiedelt und so nach ihrer Anzahl und jeweiligen Beschäftigung verteilt, dass sie in die Lage versetzt werden, sich gegenseitig zu ernähren, und weder unseren Armen die Arbeit stehlen noch unseren Facharbeitern in die Quere kommen.

Aus dem Englischen von Michael Adrian