Dass die Kaufpreise für Immobilien in den deutschen Metropolen im Verlauf der vergangenen Jahre stark gestiegen sind, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Die Nachfrage nach Häusern und Eigentumswohnungen ist also weit höher als das Angebot, und es spricht einiges dafür, dass das fürs Erste auch so bleibt.

Rosige Zeiten also für jene, die Betongold zu verkaufen haben. Sie können den Interessenten weiterhin erzählen, dass der Erwerb von Wohnraum angesichts der niedrigen Kreditzinsen ja so unglaublich günstig sei. Zugleich verschweigen sie natürlich, dass die höheren Kaufpreise diesen Vorteil komplett wettmachen. Im Ergebnis landet weniger Geld bei den Banken, dafür mehr bei den Verkäufern. Berappen müssen die Kunden die Zeche allemal.

Aber natürlich haben professionelle Immobilienentwickler und geschäftstüchtige Bauträger längst passende Trostpflaster für die urbane Käuferschicht parat. Sie reden ihren Kunden geschickt ein, dass sie in ein ganz besonderes Objekt ziehen dürfen. Häufig steht dabei weniger die Ausstattung oder die architektonische Qualität im Vordergrund, sondern der fantasievolle Name.

Stilbewusste Großstädter ziehen in Höfe, Terrassen, Karrees, Quartiere oder gleich in irgendein Palais. So heißen teure Wohnanlagen heute. Und man muss schon zugeben, dass Adresszusätze wie Sophien-Höfe, Eichen-Palais oder Karree an den Teichwiesen selbst langweilige Straßennamen wie beispielsweise Gemeinderat-Gumbert-Pfad 117 sprachlich stark aufwerten. Schon tut es gar nicht mehr weh, 4.000 Euro für jeden Quadratmeter eines lieblos hochgezogenen Betonkastens auszugeben und dort in eine straßenseitig gelegene Souterrain-Etage ohne Licht zu ziehen. Oder gar darüber nachzudenken, ob der vorgeblich vom Bauhaus inspirierte Architekturstil nicht doch eher an die gleichnamige Baumarktkette erinnert.