1(1) Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil
Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze; Limes, 512 S., 19,99 €.

Paris, Island. Bei den Leichen vorgeblicher Selbstmörder entdeckt Adamsbergs Brigade die Zeichnung einer Guillotine, Hinweis auf einen Geheimbund von Robespierre- und Revolutionsdarstellern. Doch Adamsberg zieht es zum Polarkreis. "Die Revolution frisst ihre Kinder" in der arktischen Version, made by Fred Vargas.

2(2) Richard Price: Die Unantastbaren
Aus dem Englischen von Miriam Mandelkow; S. Fischer, 432 S., 24,99 € .

New York. Detective Billy Graves, Nachtschicht Manhattan, navigiert zwischen konkurrierenden Fixpunkten: Liebe, Rache, Solidarität, Schuld, the law. Gejagt von einem Stalker, selbst voller Zweifel an und voller Liebe zu seinen Ex-Kollegen. Fünf Cops und ihre Dämonen: Sittenbild in Nahaufnahme. Stark.

3(7) Adrian McKinty: Gun Street Girl
Aus dem Englischen von Peter Torberg; DuMont, 304 S., 14,99 €

Belfast 1985. Die Eltern, der Sohn, die Freundin – alle umgebracht, professionell, als Selbstmord getarnt. DI Sean Duffy stochert im vierten Band der Serie erneut in den Geheimdienstsümpfen, die sich zwischen Belfast, London und den USA erstrecken. Bester historischer Stoff, das heißt bedenkenswert aktuell.

4(3) Oliver Bottini: Im weißen Kreis
DuMont, 304 S., 14,99 €.

Freiburg, Stuttgart 2006. Kommissarin Louise Bonì, trocken seit drei Jahren, stößt auf ein Waffengeschäft, landet im nationalsozialistisch kluxenden Untergrundsumpf und kämpft aussichtslos an zwei Fronten: gegen den deutschen Verfassungsschutz und um das Leben eines traurigen Mannes aus Ruanda.

5(–) Malla Nunn: Tal des Schweigens
Aus dem Englischen von Laudan & Szelinski; Ariadne, 318 S., 13,– €.

Drakensberge, Südafrika 1953. DS Cooper und DC Shabalala sollen den Mord an einer schwarzen Land-Schönheit aufklären – die Arschkarte für Kriminalisten im Apartheid-Staat. Fallstricke überall: Zulu-Traditionen, Rassisten-Traditionen, Frauenunterdrückung sowieso. Behutsam, fein und klug: Nunn.

6(–) Tito Topin: Exodus aus Libyen
Aus dem Französischen von Katharina Grän; Distel Literaturverlag, 233 S., 14,80 €.

Libyen 2011. Acht Menschen fliehen vor dem Bürgerkrieg, bloß raus. Zwangsstopp in einer umkämpften Wüstenstadt. Jetzt müssen sie sich ihrer persönlichen Wahrheit stellen. Was hat Gaddafis "Verderbtheit" aus ihnen gemacht? Wie frei können sie werden? Der erste Kriminalroman der "Arabellion".

7(8) Jeong Yu-jeong: Sieben Jahre Nacht
Aus dem Koreanischen von Kyong-Hae Flügel; Unionsverlag, 524 S., 19,95€.

Auf dem Land in Südkorea. Seit sieben Jahren wird Sowon aus Schulen und von Arbeitsplätzen vertrieben. Er ist der Sohn des "Stausee-Monsters", das eine Staumauer öffnete und Hunderte Menschen umbrachte. Wie es so weit kommen konnte, erzählt Jeong meisterhaft und voller Einsicht in seelische Verwirrungen.

8(–) Karin Slaughter: Cop Town
Aus dem Englischen von Klaus Berr; Blanvalet, 544 S., 14,99 €.

Atlanta 1974. Der "Shooter" legt Polizisten um. Slaughter erzählt das alte "Gute Cops gegen böse Cops" als Emanzipationslegende. Proletin Maggie und jüdisches middle class girl Kate raufen sich zusammen gegen rassistische, homophobe, misogyne, saufende Machos mit "Schweinsäuglein".

9(–) Paul Mendelson: Die Unschuld stirbt, das Böse lebt
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger; Rowohlt Polaris, 480 S., 14,99 €.

Kapstadt. Vor sieben Jahren sind drei Jungen verschwunden, jetzt werden zwei als Leichen aufgefunden, missbraucht, unterernährt. Kein Gejaule über Gut, Böse, Seele oder Soziales: Mendelson konzentriert sich in seinem Krimidebüt nüchtern auf Fakten und Handlungen: Ermittlungen, Spuren, Szenen. Prima.

10(9) Deon Meyer: Icarus
Aus dem Afrikaans von Stefanie Schäfer; rütten& loening, 430 S., 19,99 €.

Kapstadt. Bennie Griessel war trocken, bis sich sein Kollege erschoss. Jetzt sind die Geister aus der Flasche. In mehrfacher Hinsicht: Griessels Mordermittlungen spielen in Südafrikas Weinwirtschaft. Und unter Überfliegern, kurz nach dem raschen Sturz.