Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Schneidet man eine Avocado auf, wechselt das Fruchtfleisch unweigerlich seine Farbe: Es wird braun und unansehnlich, sobald Sauerstoff an das grüne Innere kommt – eine Oxidation. Auch wenn das den Geschmack nicht unbedingt beeinflusst, sieht es einfach nicht gut aus.

Nun hört man des Öfteren den Tipp, den Kern in der aufgeschnittenen Avocado zu lassen oder ihn, wenn man das Fruchtfleisch schon zu einer Guacamole verarbeitet hat, mit in die Schüssel zu legen. So bleibe das Grüne grün. Oft wird der Ratschlag wissenschaftlich verbrämt: Im Kern stecke eine Art Enzym, das die Oxidation verhindere.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 5 vom 28.1.2016.

Klingt praktisch, entbehrt aber jeder Grundlage. Die einzige Wirkung, die der Kern ausübt: Er hält die Luft von einem Teil des Fruchtfleischs fern. Das Mus oder die Frucht direkt unter ihm bleibt grün, aber drumherum wird es braun. Auf den Teil der Avocado, den er nicht berührt, hat er also keinen Einfluss. Man könnte statt des Avocadokerns auch einen Stein hineinlegen.

Und was ist mit dem Tipp, die Avocado oder die Guacamole mit Zitronensaft zu beträufeln? Das haben viele Köche ausprobiert und ihre Erfahrung im Internet mitgeteilt. Auch die Säure verhindert nicht die Oxidation. Die einzige Lösung: Man muss den Sauerstoff vollständig vom Fruchtfleisch fernhalten – indem man die aufgeschnittene Avocado in Frischhaltefolie wickelt oder die Guacamole an der Oberfläche mit einer dünnen Wasserschicht versieht.

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