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Meist ist ein appetitlicher Obstkorb auf dem Etikett abgebildet. "Saft von zehn Früchten mit zehn lebenswichtigen Vitaminen": Das klingt lecker und gesund. Tatsächlich enthalten Multivitaminsäfte viele Vitamine – oft sogar zu viele.

Die Hersteller greifen meist tief in die Kiste der billig herzustellenden synthetischen Vitamine, um ihr Produkt scheinbar aufzuwerten. Damit sie es "Saft" nennen dürfen, muss es entweder aus direkt gepresstem Saft bestehen oder aus Konzentraten, denen das entzogene Wasser und die verloren gegangenen Aromen wieder im ursprünglichen Verhältnis zugesetzt werden. Dazu kommt dann die Vitaminmischung, die häufig auch Stoffe enthält, die in Obst gar nicht vorkommen. Etwa das Vitamin B12, das ansonsten vor allem in Fleisch vorkommt. Weil sich Vitamine abbauen, geben die Hersteller oft mehr in den Saft hinein, als auf der Flasche steht. Darunter häufig auch synthetisches Betacarotin, das im Verdacht steht, bei Überdosierung das Krebsrisiko zu erhöhen. Ein Glas pro Tag mag in Ordnung sein, wer eine ganze Flasche trinkt, tut zu viel des Guten.

Ohnehin braucht, wer sich einigermaßen ausgewogen ernährt, keinen Extra-Vitaminkick. "Deutschland ist kein Vitaminmangelland", sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Und wer die künstlichen Vitamine meiden will, sollte zu Biosäften greifen – die dürfen einen solchen Cocktail nicht enthalten.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 9 vom 18.2.2016.

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