Wenn denn nun schon allenthalben von Schande die Rede ist, wo es um rassistische Gewalt in Sachsen geht und Schande doch aber ein Begriff ist, der mit Ehre zu tun hat beziehungsweise mit dem Verlust derselben und mit Kratzern im Ansehen, dann ist das zwar an sich schon sehr unrühmlich, weil brennende Flüchtlingsheime und der Angriff auf einen Bus mit Flüchtlingen zwar viele schlimme Aspekte haben, aber doch vor allem den, dass da Menschen bedroht werden, und nicht den, dass "wir" – wer immer das sein mag – jetzt vor irgendwem nicht mehr gut dastehen, und es wäre vielleicht eine Frage für später, irgendein vermeintliches Image wiederherzustellen, aber zunächst müsste es doch darum gehen, den kleinen Rest Würde zu wahren und weitere Angriffe mit allen Mitteln abzuwehren, statt sich darum zu kümmern, ob man sich nun blamiert hat, denn sonst ist die Rede von Schande so sehr daneben wie ein Trauerredner, der auf dem Friedhof lässige Selfies in der Frühlingssonne macht