Selten geht ein Schachspieler mit einem besonderen Ehrentitel in die Schachgeschichte ein. Doch Kurt Richter bleibt wegen seiner funkelnden Mattkombinationen für immer "der Scharfrichter", der ehemalige Weltmeister Michail Tal wegen seiner oft völlig undurchsichtigen Opferkaskaden "der Hexenmeister von Riga" ("Es gibt zwei Arten von Opfern, korrekte ... und die meinen"). Der ehemalige Weltmeister Tigran Petrosjan bleibt dank seiner legendären Verteidigungskunst dagegen "der Eiserne Torwart" und der noch quicklebendige Viswanathan Anand "der Tiger von Madras" – mag auch diese Stadt heute Chennai heißen und der allerorten beliebte "Vishy" eher sanft als tigerhaft sein. In der fernen Mongolei entstand 1956 ein anderer Mythos: "der Löwe von Ulan Bator". So nannte dieses einst unter Dschingis Khan und Tamerlan gehärtete Steppenvolk Heinz Liebert von der Schachgemeinschaft Löberitz in der DDR, als der damals 20-Jährige, der im Mai 80 wird, vor vielen Meistern der damaligen Sowjetunion das Turnier gewann. Auch bei ihm ist ein größerer Gegensatz kaum denkbar: seine Bescheidenheit und der Titel eines Königs der Tiere. Später wurde sogar eine Briefmarke mit einem Löwen auf einem Schachbrett im Wert von 80 Mongos herausgegeben.

Heinz Lieberts größter Erfolg war sein Sieg gegen den sowjetischen Weltklassespieler Lew Polugajewsky. Wie konnte er dank der prekären Lage des weißen Königs als Schwarzer am Zug schnell gewinnen?

Lösung aus Nr. 10:

Welcher kombinatorische Schlag gewann für Weiß?

Nach dem Läuferopfer 1.Lxh7+! Kxh7 (auch 1...Kf8 2.Dh5 war hoffnungslos) 2.Dh5+ Kg8 3.Sg6 drohte matt auf h8. Schwarz blieb nur 3...Tf7-f8 , aber nach 4.Tae1! verlor er noch die Dame