Man könnte meinen, Hamburg beuge vor. Bloß nicht werden wie Berlin, wo die Einheimischen derart unter den Schwaben ächzen, dass sie schon Kinderwagen in Hausfluren anzünden, um die Eindringlinge aus dem Süden wieder zu vertreiben. Also tut Hamburg, was es tun muss, und lässt das Stuttgarter Weinfest platzen – nach dreißig Jahren. Koi Mauldasche ond Käseschbädzle mehr ufm Rathausmargd. Sense!

Wie die Hamburger das geschafft haben?

Indem sie die Mieten bis ins Unermessliche steigern, ärgern sich die Schwaben. 170 Prozent teurer! Wo bleibt da die Rendite?

Das Geld ist das eine. Die Skepsis vor den Schwaben das andere. Es gibt aber noch einen dritten, wahren Grund, der das Weinfest auf dem Rathausmarkt verhinderte. Der ist am Telefonempfang von Hamburg Marketing zu finden. Jedes Jahr rufen dort die Neider und die Eifersüchtigen aus allen Ecken des Landes an und drohen den armen Mitarbeitern mit unflätigem Werbesprech.

Aus Leipzig: "Das ist doch eine Schweinerei! Was ist mit unserem Allerlei? Länderfinanzausgleich, Aufbau Ost, alles schon vergessen? Auch wir wollen uns bei euch durchfressen!"

Aus München: "Himmelherrgottsakrament, was habt ihr denn da verpennt? Nehmt mal keine Sachsen, wir haben doch die besten Haxen. Wenn wir die nicht bei euch verkaufen, werden wir uns heftig mit euch raufen!"

Und neulich rief einer aus Mainz an, der gab dem Fest den Rest: "Wir haben den besten Saumagen der Welt, der ist bei uns der größte Held. Und wenn ihr ihn nicht wollt, dann wissen wir, was bald rollt, nämlich eure Köpfe!"

Damit war klar, dass nur eine Lösung blieb: Es weichen alle Schwaben, um niemandem sonst zu schaden.