Was den legendären Fotografen Elliott Erwitt so besonders macht, hat vor einigen Jahren die New York Times verraten: "Mr. Erwitt versteht es, am Rande des Witzes entlangzubalancieren, wo seine unfassbar schnelle Verbindung zwischen Auge, Hirn und Hand immer wieder ein Stück der Welt dabei erwischt, wie es auf einer Bananenschale ausrutscht." Als dankbares Thema für diese Verbindung hat sich Erwitts Liebe zu Hunden erwiesen. Begegnungen mit Kläffern lieferten ihm abgründig-skurrile Szenen en masse. Alles habe sich zufällig ergeben, erzählt er. Nicht im Geringsten interessieren den Amerikaner (Jahrgang 1928) dabei Zuchtmerkmale, Rasse oder Eleganz der Tiere. Ihm geht es um den Charakter, um das Temperament. So auch in diesem Fall. Eine Szene vom Strand. Mögen auch die Brandung und das hochdramatische Spiel der Wolken mit der Kamera delikat inszeniert sein – diesen Details kehrt das schwarze Tier den Hintern zu, völlig vertieft in sein Projekt, dem Mittelpunkt der Erde näher zu kommen, das Rätsel der Tiefe zu lösen. Erwitt ist in diesem Moment ganz bei ihm. Und wir auch.

Misslich ist natürlich, dass der Magnum-Fotograf seine Schwarz-Weiß-Abzüge niemals nummeriert. Aber wetten, dass seine Arbeiten eines Tages mehr wert sein werden? (East Hampton, ein Gelatin-Silver-Print, 55 mal 37 Zentimeter groß, kostet derzeit in der Hamburger Galerie Flo Peters 5.500 Euro: www.flopetersgallery.com.)