Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Mit der Entdeckung der Gravitationswellen hat sich gerade gezeigt, dass Albert Einsteins Ideen sogar nach 100 Jahren noch viel Futter für die Physiker liefern. Allerdings sind die kollidierenden schwarzen Löcher, die diese Wellen aussandten, doch sehr exotische Phänomene, nicht sehr relevant für unser tägliches Leben. Für die Präzision des GPS-Ortungssystems, das heute in fast jedem Handy steckt, spielt Einsteins Theorie aber tatsächlich eine Rolle.

Genau genommen kommen sogar beide Relativitätstheorien ins Spiel, die Spezielle und die Allgemeine. Die GPS-Satelliten umkreisen die Erde in ungefähr 20.000 Kilometer Höhe. Für die Positionsbestimmung werden die Laufzeiten der Funksignale von mehreren dieser Satelliten zur Erde auf Bruchteile von Tausendstelsekunden genau gemessen.

Die Spezielle Relativitätstheorie sagt: Weil diese Satelliten sich mit 14.000 Kilometern pro Stunde bewegen, gehen auf ihnen die Uhren langsamer. Und die Allgemeine Relativitätstheorie sagt: In dieser Höhe beträgt die Schwerkraft nur ein Viertel von der am Boden, deshalb gehen die Uhren ein bisschen schneller. Die beiden Effekte heben sich aber nicht gegenseitig auf, insgesamt würden die Uhren im All immer noch um 38 Millionstelsekunden pro Tag vorgehen, wenn man den Effekt bei ihrer Taktung nicht berücksichtigte.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 12 vom 10.3.2016.

Und das hätte einen erheblichen Einfluss auf die Ortung – pro Tag würde die vom Navi berechnete Position sich von der tatsächlichen um etwa elf Kilometer entfernen.

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