Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann. Im Sinne dieses Sprichwortes ist Dieter Lenzens Kopf sehr rund. Der derzeitige Präsident der Universität Hamburg war mal für den Bachelor und dann strikt dagegen. Er plädierte für mehr Akademiker und warnte später vor dem Akademikerwahn. Im Jahr 2012 trat Lenzen vor dem Wissenschaftsrat als vehementer Ranking-Kritiker auf ("nicht objektiv, nicht reliabel und nicht valide"). Jetzt preist er die Qualität seiner Hochschule – anhand von Rankings. Genauer gesagt anhand eines Meta-Rankings, das die Listenplätze aus fünf verschiedenen internationalen Ranglisten miteinander addiert und dividiert, verrechnet und verrührt.

Danach steht die Universität Hamburg im innerdeutschen Vergleich mittlerweile auf Platz neun, und zwar vor den Exzellenzuniversitäten Aachen, Tübingen, Dresden und Konstanz und ganz weit vor (tschakka!) Bremen. Eine solche Leistungsexplosion hat es in der deutschen Wissenschaftsgeschichte noch nicht gegeben. Bislang dachte man bei der Wortkombination "Universität" und "Hamburg" assoziativ eher an die Namen Mohammed Atta (Student an der TU Harburg) oder Bernd Lucke (Professor an der Universität Hamburg).

Nein, das ist fies. Wahrscheinlich war die Universität Hamburg immer besser als ihr Ruf, in einigen Disziplinen wie der Physik oder Kunstgeschichte sogar ganz sicher. In den vergangenen Jahren hat sie zudem ein paar schöne Erfolge eingefahren, darunter Leibnizpreisträger, Humboldtprofessuren und eine Reihe neuer Sonderforschungsbereiche. Das darf man auch außerhalb Hamburgs zur Kenntnis nehmen. Meta-Mega-Hyper-Multi-Rankings braucht es dafür nicht.