Vor einem Jahr ging ein Aufschrei durch die internationale Presse, als unter der Überschrift Vive la différence! der englische Großmeister Nigel Short im Schachmagazin New in Chess darlegte, dass die Gehirne von Männern und Frauen "anders verdrahtet" seien und deshalb Letztere sowohl quantitativ (so liegt der Frauenanteil im Deutschen Schachbund bei nur circa fünf Prozent und damit sogar noch unter dem beim Rugby und Boxen) als auch qualitativ beim Schach hinterherhinkten.

Genüsslich wurde dem Vizeweltmeister von 1993 daraufhin sein eigener katastrophaler Score gegen die viele Jahre weltbeste Frau Judit Polgár vorgehalten, die übrigens in ihrer besten Zeit zu den "zehn besten Männern" gehörte.

Bei alldem ist Nigel Short indes ein humorvoller und unterhaltsamer Zeitgenosse und gerade unter den Schachspielerinnen recht beliebt. Insofern stellte er sich auch mit Vergnügen in Auckland (Neuseeland) in einem Simultanspiel unter dem Titel Beauty versus the Beast 20 Gegnerinnen, die er allesamt besiegte. Nicht so viel Erfolg hatte er allerdings beim Turnier in Gibraltar, wo er gegen die junge Inderin Dronavalli Harika sehenswert unterging, was dieser obendrein den Schönheitspreis von 1.000 Pfund einbrachte.

Hier rechnete Short als Weißer mit dem selbstverständlichen (Wieder-)Nehmen seiner Dame: 1...exd5 2.Lxf5. Doch nach einem verblüffenden Zug Harikas streckte Short gleich die Waffen. Wie kam’s?

Lösung aus Nr. 16:

Mit welch durchschlagender Kombination nützte Schwarz am Zug die schwache Grundreihe von Weiß aus?

Nach 1...Txd2! gab Weiß schon auf, weil 2.Txd2 Dxd3! (ein Damenopfer als Krönung) 3.Dxd3 Te1+ zum Matt führt