Esoterische Lehren sagen: Wir schlafen besser, wenn wir unser Bett in die korrekte Himmelsrichtung ausrichten. Welche das ist, da sind sie sich allerdings nicht einig. Laut alten indischen Lehren sollte der Kopf nach Süden oder Osten zeigen. Glaubt man an das chinesische Feng Shui, dann wird die optimale Richtung auf komplizierte Weise aus dem Geburtsjahr berechnet, auch das Geschlecht spielt dabei eine Rolle.
Wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema gibt es kaum. 1987 widmete sich Gerhard
Ruhenstroth-Bauer vom Max-Planck-Institut für Biochemie dem Thema. Der Biochemiker wurde in
dieser Kolumne schon mit seiner Theorie für das Sauerwerden von Milch bei Gewitter zitiert.
Für das Schlafexperiment ließ er acht Probanden jeweils acht Nächte im Labor schlafen, die
Betten wurden dabei zufällig in Ost-West- oder Nord-Süd-Richtung positioniert.
Ein einziger von 20 Schlaf-Parametern wies einen statistisch signifikanten Unterschied auf. Bei Ost-West-Ausrichtung trat die REM-Phase ein paar Minuten früher ein als bei Nord-Süd-Ausrichtung. Sehr beeindruckend ist das nicht: Nach dem üblichen Signifikanz-Begriff ist es nämlich statistisch zu erwarten, dass sich bei einer von 20 Größen ein solcher Unterschied ergibt, auch wenn die Schlafposition überhaupt nichts mit der Schlafqualität zu tun hat.
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Kommentare
Eine (für mich auch irgendwie einleuchtende) These für die Ausrichtung des Schlafplatzes gab es mal in der Serie 'The Big Bang Theory' (1.Staffel, damals, als die Serie noch gut war).
Penny übernachtet dort auf dem Sofa und legt ein Kopfkissen auf das Sofa, darauf Sheldon:
'Falsch'
Penny: 'wieso?'
Dann die Erklärung von Sheldon:
"Ein Bett, auch wenn es nur ein Provosorium ist, wird stets so ausgerichtet, dass das Kopfteil von der Tür wegführt, das dient vor alters her dem Bedürfnis, sich vor Eindringlingen und Räubern zu schützen."
Hat was, die These und wenn man sich mal so umschaut, ob nun in der eigenen Wohnung, oder fremden, oder Hotels, meistens sind die Betten so ausgerichtet, dass das Kopfteil von der Tür wegführt - allerdings bei meinem Sohn nicht ... ;)
Tse... und nutzen Sie nun den Vorteil sich heimlich an das Bett Ihres Sohnes anzuschleichen und einen Überraschungs(weck)angriff zu starten? ;-)
(Ich wünsche dieser hat wenigstens keine Schlafprobleme)
Klar stehen die Betten meistens so, dass man mit dem Kopf zur Tür blicken kann. Nicht nur um vor Überraschungen geschützt zu sein. Es ist halt auch praktisch, wenn man sich als Im-Bett-Liegender nicht verrenken muss, wenn jemand nur zur Tür reinlugt um eine kurze Mitteilung abzugeben.
Außerdem erhält das meist höhere Kopfteil des Bettes mehr Stabilität, wenn es vor einer Wand steht, während man sich bei vielen Betten auch aufs niedrigere Fußende mal eben setzen kann um sich z.B. die Socken anzuziehen. Das bedingt natürlich in der Regel rein aufstelltechnisch die übliche Ausrichtung.
Auf jeden Fall beeinflusst die Ausrichtung des Betts die Schlafqualität. Eine Zeit lang richtete ich mein Bett vertikal aus und fühlte mich morgens wie gerädert, was wahrscheinlich an den unflexiblen Haltegurten lag ... aber die mussten fest sitzen, weil ich sonst nach dem Einschlafen immer zu Boden fiel.
Haben Sie es mal versucht ihr Bett an die Decke zu schrauben und dann auf den Haltegurten wie in einer Hängematte zu liegen? ;-)
Nein, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Genial! Danke für die Anregung, ich hole gleich die Werkzeugkiste ;)
Antwort zu 2.1
Die Ausrichtung nach Osten macht Sinn, man wollte schließlich auch ohne Wecker rechtzeitig geweckt werden.
je nach breitengrad ist die wahl des zimmers und dessen ausrichtung weitaus wichtiger.
hier im norden ist es für lichtempfindsame schon störend ein nordzimmer als schlafzimmer zu haben, zumindest im sommer ;-)