Ken Loach, dessen englischer Daniel Blake unserem deutschen Toni Erdmann im französischen Cannes gerade die Goldene Palme weggewedelt hat, ist für Filme bekannt, in denen sozial Benachteiligte so lange an den gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten scheitern, bis Loach den nächsten Preis absahnt. Benachteiligung muss sich wieder lohnen.

Den Höhepunkt in Loachs Œuvre markiert The Wind That Shakes the Barley ("Der Wind, der die Barley durchrüttelt"), eine flammende Anklage der Gender-Ungerechtigkeiten in der SPD-Zentrale, in der eine regional benachteiligte Generalsekretärin – sie stammt aus Rheinland-Pfalz und heißt Katarina Barley – schutzlos den Wutreden ihres Chefs ausgesetzt ist. Als Nächstes will Loach, so hören wir, den Thriller The Hand That Rocks the Cradle neu auflegen. Plot: Eine Familienministerin mit prekärem Hintergrund – sie stammt aus Meck-Pomm – rüttelt an der Wiege ihres Kindes, bis sie sich in die Zwangsvorstellung hineinfantasiert, die Lösung aller SPD-Probleme heiße mit Vornamen Manuela. Und dann verfilmt Loach das Wirken der letzten fünf SPD-Chefs: Die Genossen, die auf einen Berg stiegen und von einem Hügel herunterkamen.