Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Dass wir beim Schlafen gewöhnlich die Augen schließen, ist gleich aus mehreren Gründen sinnvoll. Erstens schützen wir damit die Augen vor Fremdkörpern, der Blinzelreflex funktioniert ja im Schlaf nicht. Wir verhindern zweitens das Austrocknen des Auges und blenden drittens störende Sinneseindrücke aus; wir schalten mit dem Augenlid sozusagen das Licht aus.

Zum Schlaf mit offenen Augen kann es auf mehrere Weisen kommen. Es gibt Menschen, die im Schlaf die tollsten Dinge machen, etwa aufstehen und durch die Wohnung laufen und sogar Essen kochen. Bei solchen sogenannten Parasomnien kann es auch vorkommen, dass die Augen geöffnet sind und der Mensch ins Leere starrt.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen Menschen ganz normal im Bett schlafen, dabei aber die Augen halb oder sogar ganz geöffnet haben. Man kann entsprechende Videos auf YouTube finden, die Sache sieht ein bisschen gruselig aus. In der medizinischen Fachsprache heißt dieses Symptom Lagophthalmus. Das Wort bezeichnet die Unfähigkeit, die Lider vollständig zu schließen. Meist ist die Ursache dafür die Lähmung oder Verkürzung eines Hirnnervs, des Nervus facialis. Die betroffenen Menschen merken selber nichts davon und sehen auch nichts, allerdings können die Augen aufgrund der Austrocknung später brennen und sich entzünden. Dem kann man mit Tropfen und Salben entgegenwirken, manchmal greift auch ein Chirurg zum Messer.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 23 vom 25.5.2016.

Die allermeisten Menschen dagegen mögen zwar manchmal mit offenen Augen träumen – wenn sie richtig schlafen, fällt verlässlich der Vorhang ihrer Lider.

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