Vielleicht assoziieren viele Menschen die Farbe Grün automatisch mit "öko" und denken deshalb, dass grüne Eier besonders gesund seien. Oder es liegt daran, dass diese exotischen Eier selten im Supermarkt zu finden sind, eher im Bioladen. Aber grün werden diese Eier nur, weil ihre Schalen besonders viel Gallenfarbstoff enthalten. Sie werden von Hühnern der Araucana-Rasse gelegt, die ursprünglich aus Südamerika stammt.
Man findet die Eier deshalb selten bei den Discountern, weil ihre Massenproduktion nicht besonders wirtschaftlich ist. Im Gegensatz zu den hochgezüchteten Legerassen, deren Exemplare mehr als 200 Eier pro Jahr liefern, legt ein Araucana-Huhn nur um die 50. Manchmal werden die Araucanas auch mit gewöhnlichen Hühnern gekreuzt, um eine höhere Legeleistung zu erzielen. Dann können schon einmal Hühner entstehen, die olivgrüne Eier legen.
Sie sehen also exotisch aus, die grünen Eier, aber im Inneren unterscheiden sie sich nicht
wesentlich von gewöhnlichen.
Und was das Cholesterin angeht (vor dem wir uns eigentlich gar nicht so fürchten müssen, siehe Stimmt’s?, ZEIT Nr. 45/08): Tatsächlich maß die Bayerische Landesanstalt für Tierzucht in Grub, dass ein durchschnittliches grünes Ei ein bisschen weniger davon enthält als ein weißes oder braunes. Das liegt aber nur daran, dass die grünen Eier meist kleiner sind. Vergleicht man gleich große 60-Gramm-Eier, dann steckt in den grünen sogar mehr Cholesterin: bis zu 237 Milligramm, verglichen mit maximal 206 Milligramm in weißen und 198 in braunen Eiern. Der Grund dafür ist, dass der cholesterinhaltige Dotter in den grünen Eiern einen größeren Anteil hat
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Kommentare
Ich hätte mich gefreut, wenn bei dieser Gelegenheit endlich mal mit der These aufgeräumt worden wäre, dass das Cholesterin, dass man über die Nahrung aufnimmt, relevanten Anteil an dem Anteil hat, den man im Blutbild findet. Lediglich ein verschwindender Bruchteil ungefähr im 1-stelligen Prozentbereich findet seinen Weg in die Blutbahn. Den bei weitem überwiegenden Rest von 90% stellt der Körper selbst her.
Sich für einen bestimmten Nahrungsbestandteil zu interessieren, setzt eine gewisse (angenommene) Relevanz für einen selbst voraus. Sollte diese Bedeutung tatsächlich einen ernsthaften Hintergrund haben, ist es wesentlich sinnvoller, sich mit dem tatsächlichen Gründen eines überhöhten Cholesterinspiegel Gedanken zu machen, als praktisch sinnlosen Ersatzhandlungen weiterhin Nahrung zu geben - und ich hoffe, das kleine Wortspiel gefällt nicht nur mir.
Die Frage, ob man nach einem Sprung von einem Hochhaus mittels Schlagen der Arme evtl. den Aufschlag doch noch einen wenig lindern könnte, würde hier ja genauso wenig ernsthaft beantwortet werden - außer vielleicht im Rahmen einer Physikaufgabe. Im Normalfall würde man also hoffentlich sagen, "Spring nicht, nimm die Treppe!".
Also: "Vergiss die Eier! Beweg Dich und nimm ab! DAS hilft viel besser!" Beides sind nachweislich(!!) funktionierende Methoden, Einfluss auf den Cholesterinspiegel zu nehmen.
Im Artikel findet sich der Hinweis:
"Und was das Cholesterin angeht (vor dem wir uns eigentlich gar nicht so fürchten müssen, siehe Stimmt’s?, ZEIT Nr. 45/08)"
Radikale propaganda gegen kleine gruene Eier: EGGXIT
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Na, was sagen denn Ihre Cholestrinwerte? – Ach, mit denen rede ich schon lange nicht mehr!