Nasenbluten kann auf unterschiedliche Weise entstehen. Manchmal ist eine Verletzung der Nasenschleimhaut die Ursache, oft kommt die sogenannte Epistaxis aber aus heiterem Himmel, ohne erkennbaren Anlass. Wie bekommt man die Blutung am schnellsten wieder gestoppt?
Der schlechteste Ratschlag: den Kopf in den Nacken legen. Das Blut kann dann zwar nicht herausfließen. Das heißt aber nicht, dass es zu fließen aufhört – es sucht sich nur einen anderen Weg, nämlich den durch den Rachen. Das kann sehr unangenehm sein und insbesondere bei kleinen Kindern zu Brechreiz führen – man muss dann nicht nur die Blutflecken aufwischen.
Ein weiteres Hausmittel ist der nasse Lappen im Nacken, alternativ auch ein Kältepack aus dem Eisfach. Auf manche Menschen mag das beruhigend wirken, andere – wie der Fragesteller dieser Woche – finden das eher unangenehm. Aber hilft es? Die Theorie hinter der Lappentherapie: Kälte an der Haut führt dazu, dass sich die Blutgefäße an der Oberfläche zusammenziehen. Und dann, so die Vorstellung, fließt weniger Blut in den Kopf, und aus der Nase fließt weniger heraus.
Nun ist das weiche Nasengewebe, der Ort der Blutung, recht weit vom Hals entfernt. Kann der nasse Lappen also eine so weitreichende Wirkung haben? Im Jahr 2003 wollten Mediziner der Universität Marburg es genauer wissen. Sie untersuchten den Kälteeffekt an 56 Probanden. Allerdings waren sie nicht so herzlos, bei ihnen absichtlich ein Nasenbluten herbeizuführen. Stattdessen kühlten sie deren Halsbereich und schauten dann nach, ob sich der Blutfluss im sogenannten Locus Kiesselbachi vorne in der Nase, veränderte. Ihr Ergebnis, veröffentlicht in der Zeitschrift Clinical Otolaryngology and Allied Sciences: "Nach der Anwendung von Eis im Halsbereich konnte kein statistisch signifikanter Effekt auf die Blutgefäße der Nasenschleimhaut festgestellt werden."
Der Lappen im Nacken hat also allenfalls Placebowirkung, im schlechtesten Fall fügt er dem Opfer des Nasenblutens noch weitere Pein zu. Was hilft dann wirklich? Ärzte raten dazu, den Kopf nach vorn zu beugen und die Nase leicht mit den Fingern zuzudrücken. Letztlich muss man darauf warten, dass die Blutung von selbst aufhört.
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Kommentare
Ich stopfe mir Taschentuch in die Nase(tamponieren), hilft jedes mal ohne zu tropfen oder in den Rachen zu laufen. Nur nicht zu früh wieder herausziehen.
Tropfen lassen über dem Waschbecken dauert ewig und macht eine Riesen Sauerei, bei den vielen Sekundärspritzern versteht man warum CSIler so begeistert von Bluttropfen sind.
Definitiv die beste Art, Nasenbluten zu stillen.
Ist aber merkwürdigerweise kaum bekannt.
Entfernt. Bitte orientieren Sie Ihren Beitrag am Artikelthema. Die Redaktion/ig
Die Redaktion sollte sich lieber selbst mal über das Artikelthema informieren, bevor man Beiträge löscht, die durchaus zum Thema hätten beitragen können. Man betätige das Rechercheinstrument Nummer 1 der heutigen "Redakteure" und google fix:
- Stichwort Blutdruck
- Stichwort Carotissinus
- Stichwort Arteria carotis interna
- Stichwort Barorezeptoren
Ich lege den Kopf in den Nacken. Ich finde es nämlich nicht unangenehm und hatte auch als kleines Kind nie Brechreiz deswegen. Wenn es ausser dem Argument, dass manche das nicht mögen, keine weiteren dagegen gibt, werde ich das auch so beibehalten.
"die Nase leicht mit den Fingern zuzudrücken."
Wichtig ist es, die Nase hoch zuzudrücken, um den Blutfluss in die Nase zu stoppen, und nicht unten, was nur einen Blutfluss oben herum aus der Nase in den Hals bewirkt. Alternative ist tamponieren, wie @ 1.