1(-) Max Annas: Die Mauer
Rowohlt, 224 S., 12,– €.

East London, Südafrika. Als sein Auto streikt, sucht Student Moses Hilfe in einer weißen Gated Community. Wachleute pöbeln, er haut ab. Doch wie rauskommen aus dem Mittelstandsghetto? Private Security, Polizei, ein Diebespaar: ein Hexenkessel aus Verfolgungswahn und Rassenhass. Groteske hoch zehn, Action auf den Punkt.

2(-) Mike Nicol: Power Play
Aus dem Englischen von Mechthild Barth; btb, 416 S., 9,90 €.

Kapstadt. Bevor überhaupt klar ist, wer was von wem will, ist ein Sohn ertränkt, ein anderer Hackfleisch. Chinesische "Unternehmer", aufstrebende Gangster- und Security-Frauen, alte Männer, uralte Fehden. Eine neue Generation giert, verkauft, mordet, raubt. Tolle Nach-Folge der "Rache"-Trilogie.

3(2) Dominique Manotti: Schwarzes Gold
Aus dem Französischen von Iris Konopik; Ariadne bei Argument, 384 S., 19,– €.

Marseille 1973. Der mit militärischer Präzision ausgeführte Mord an Unternehmer Pieri soll als Auseinandersetzung im Milieu ad acta gelegt werden. Nicht mit Commissaire Daquin. In seinem ersten Fall studiert er die Verfilzungen Marseilles und die Sitten der internationalen Ölbranche. Schlau, aber ohnmächtig. Schwarzgold.

4(1) Simone Buchholz: Blaue Nacht
Suhrkamp, 128 S., 14,99 €.

Hamburg. Chastity Riley ist in die Abteilung Opferschutz kaltgestellt. Die Staatsanwältin belagert einen halb tot geschlagenen Österreicher so lange, bis es ihr und ihren Kumpels gelingt, den Drogenboss von St. Pauli zu stellen. Frech, witzig und ein wenig melancholisch. Simones bisher bester. Darauf ein Astra.

5(3) Olen Steinhauer: Der Anruf
Aus dem Englischen von Friedrich Mader; Blessing, 272 S., 19,99 €.

Carmel, Wien. 2006 sind bei einem Terroranschlag 120 Fluggäste umgekommen. Henry und Celia waren damals bei der CIA. 2012 dinieren sie in Kalifornien. Sie wollen rauskriegen, ob sie sich noch lieben und wer damals den Attentätern zugearbeitet hat. Spy-Novel in asymmetrischen Zeiten, brillantes Katz-und-Maus-Geplänkel.

6(-) Denise Mina: Die tote Stunde
Aus dem Englischen von Heike Schlatterer; Heyne, 448 S., 9,99 €.

Glasgow. Paddy Meehan ist jung, pummelig, arm, aber nicht doof. Reporterin in der Nachtschicht, Lokales. Eleganter Mann prügelt junge Frau. Polizei guckt weg, kommt vor. Paddy soll, aber hält nicht die Klappe, pult in den Gedärmen der Stadt. Journalistin mit Angst und noch mehr Mut. Verzwickt, schlicht großartig.

7(-) Candice Fox: Hades
Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger; Suhrkamp, 346 S., 14,99 €.

Sydney. Eden und Eric, die härtesten Bullen der Metropole, sind im Reich von Hades groß geworden, dem König der Müllkippe und Leichenentsorger. Eine Schule für Mörder, die Mörder jagen. "Man kann nicht alles Böse in der Welt bestrafen. Da müsste man schon bei sich selbst anfangen." Starker Start der "Eden"-Trilogie.

8(8) Andrea Fischer Schulthess: Motel Terminal
Salis, 344 S., 24,95 €.

Zürich, Breitenach. Seit ihrer Geburt ist Meret eingesperrt. Kontrolliert, überwacht, geliebt von Mutter Nora, die ihr Mädchen vor allen und allem "da draußen" bewahren will. Noras Ehemann darf zahlen, aber von der Tochter seiner Frau nichts wissen. Kurz bevor Meret dreizehn wird, implodiert die Lebenslüge.

9(-) James Grady: Die letzten Tage des Condor Aus dem Englischen von Zoë Beck; Suhrkamp, 368 S., 14,99 €.

Washington, D. C. Vor vierzig Jahren ein Bestseller: "Die sechs Tage des Condor". Jetzt ist Condor alt. Ein Agent hängt gekreuzigt am Kamin. Wieder Flucht, wieder im Irrwitz-Paranoia-Dschungel der US-Geheimdienste. "Ich bin zu alt für diesen Scheiß." – "Dem Scheiß ist es egal, wie alt du bist." Verkehrte Welt, große Literatur.

10(-) Ian Rankin: Gesetz des Sterbens
Aus dem Englischen von Conny Lösch; Manhattan, 478 S., 19,99 €.

Edinburgh, Glasgow. Ex-DI John Rebus, zwanzigster Auftritt, unersetzlich halbgesetzlich wie immer. Die Gangster im Krieg gegeneinander, wohlanständige Bürger verscheiden nach Erhalt eines Drohbriefs. Und der alte Boss Big Ger Cafferty bittet seinen Erzfeind Rebus um – Hilfe! Schottisches Erz. Best Exit: Oxford Bar.