Weit über hundert Filme hat sie gedreht und an den besten Theatern gastiert. Da ist man irgendwann ein Profi durch und durch, und sie macht daraus kein Hehl. "Zu spielen fällt mir relativ leicht", hat sie kürzlich in einem Interview erzählt, und: "Manchmal kommt es mir vor, als würde ich die ganze Filmerei eher nebenbei erledigen." Verblüffend nüchtern auch ihre Aussage, dass einiges ja durchaus mechanisch ablaufe – und das in einem Metier, in dem man doch üblicherweise Magie und Geheimnis beschwört. Aber davon hat sie natürlich jede Menge – das braucht sie auch, um diese hochkomplexen Seelen zu verkörpern, auf die sie abonniert scheint. Sie besitze gleichermaßen Zartheit und Stärke, ihre Mittel seien bewusst sparsam, die Wirkung umso größer, loben Regisseure. Und das spiegeln ihre Rollen wider: Sie war die Frau, die am Verlust der ersten Liebe zerbricht. Die Nonne, die sich verliebt. Die Mutter, die ihr Kind verlor. Sie war eine erschreckend verlorene Tochter und darüber hinaus viele weitere Frauen, unbeugsam, auch einsam. Im "echten Leben" aber hat sie es gut getroffen. Aufgewachsen in intakter Familie mit vier Geschwistern, traf sie bald den Mann, mit dem sie schon lange glücklich ist und drei heute erwachsene Kinder hat. Eine Tochter tritt in ihre Fußstapfen, stand sogar mit der berühmten "maman" gemeinsam vor der Kamera, und das vermutlich nicht zum letzten Mal – auch weil, so diese, "mir nichts einfallen würde, was ich stattdessen machen könnte ... wahrscheinlich würde ich dann gar nichts tun." Wer ist’s?


Lösung aus Nr. 39:

Der "Vater" der chinesischen Revolution Sun Yat-sen (1866 bis 1925) studierte in Hongkong. Nach der Niederlage Chinas gegen Japan scheiterte 1895 sein Putsch. 1911 wurde er Präsident, floh 1913 nach Japan, kehrte 1917 zurück und wurde 1921 Präsident der Nationalregierung.