Republikaner oder Demokraten? Trump oder Clinton? Wie denkt die deutsche Wirtschaft über die amerikanischen Wahlen? Fließt womöglich sogar Geld – und aus welchen Motiven?

Fragen wie diese sind nach dem spektakulären Trump-Sieg häufig. Sie werden allerdings oft falsch oder sehr verkürzt beantwortet.

Erst einmal gilt: Ausländischen Unternehmen ist es nach amerikanischem Recht grundsätzlich verboten, direkt an einzelne Kandidaten zu spenden. Eine Verbindung zwischen der deutschen Wirtschaft und der US-Politik gibt es trotzdem. Die Übersicht zeigt, wie viel Geld aus dem Umfeld der größten deutschen Aktiengesellschaften ins republikanische oder demokratische Lager geflossen ist – was indirekt Donald Trump oder Hillary Clinton geholfen hat. Die Daten stammen von der Bundesbehörde Federal Election Commission, die die Finanzierung von Wahlkämpfen überwacht. Ausgewertet wurden sie vom unabhängigen Center for Responsive Politics (CRP), das sich für die Transparenz von Finanzströmen im US-Politiksystem einsetzt.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 48 vom 17.11.2016.

Die genannten Summen stammen aber nicht vom Unternehmen selbst, sondern von den jeweiligen Angestellten. Der erste Weg führt direkt über die einzelnen Mitarbeiter. Viele deutsche Konzerne haben Töchter in den USA, deren Angestellte ihre Lieblingskandidaten fördern. Weil laut CRP jeder Spender in den USA den Namen seines Arbeitgebers angeben muss, lassen sich diese Rückschlüsse ziehen. Der zweite Weg führt über die Political Action Committees (PACs) einiger Unternehmen. Das sind Geldsammelstellen, in die Mitarbeiter einzahlen können und die nach unterschiedlichen Prinzipien politische Lager unterstützen. Solche Spenden werden dem Umfeld der Unternehmen ebenfalls zugeordnet.

Die Konzerne mischen sich also nicht selbst in den Wahlkampf ein, sondern die Mitarbeiter. Und mancher Konzernchef verspricht sich vom Wahlausgang auch Vorteile. Das hat Bernd Scheifele klargemacht. Wenn Trump wirklich eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen würde, wäre sie sicher "nicht aus Holz, sondern aus Zement", sagte der Chef von HeidelbergCement.

Quelle: Center for Responsive Politics (www.opensecrets.org), Federal Election Commission (www.fec.gov), finanzen.net, Google © ZEIT-GRAFIK