Der Schriftsteller Thomas Melle © Dagmar Morath

Leicht zu lesen

John Williams: Augustus (dtv, 24,– €)
Wieder ein Meisterwerk dieses Autors: Ein Roman über Augustus, mit ewigen Fragen, über den Willen zur Macht, deren Rätsel und Abgründe. Genial!
(Alexander Cammann)

Wolfgang Welt: Fischsuppe (Verlag Peter Engstler, 14,– €)
Das letzte Werk des im Juni verstorbenen Erzählers, so karg und wahr wie all seine Egoprosa aus den Untiefen des Ruhrreviers
(Benedikt Erenz)

Martin Mosebach: Mogador (Rowohlt, 22,95 €)
Der spannende, unheimliche Roman über einen jungen Banker, der faule Geschäfte macht, nach Marokko flieht und in eine archaische Welt eintaucht
(Ulrich Greiner)

Thomas Melle: Die Welt im Rücken (Rowohlt Berlin, 19,95 €)
Ein Schriftsteller schildert hier seinen Kampf gegen die Manie und die Depression. Gnadenlos zu sich selbst, kräftezehrend bis zum letzten Satz
(David Hugendick)

Dmitrij Kapitelman: Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters (Hanser Berlin, 20,– €)
Die Israel-Reise eines ungläubigen Juden aus Kiew, von seinem Sohn protokolliert, lustig und rührend
(Jens Jessen)

Emmanuel Carrère: Das Reich Gottes (Matthes & Seitz, 24,90 €)
Eine Doppelbiografie von Paulus und Lukas, aber vor allem eine dramatische Introspektion von Carrère selbst, dem Erleuchtung suchenden Agnostiker
(Ijoma Mangold)

Die Autorin Margarete Stokowski © Rowohlt

Margarete Stokowski: Untenrum frei (Rowohlt, 19,95 €)
Wie ich Feministin wurde und trotzdem lachte und viel schönen Sex hatte – so etwa die Botschaft dieser neuen frechen Stimme zu einem alten Thema
(Susanne Mayer)

David Wagner: Ein Zimmer im Hotel (Rowohlt, 18,95 €)
Wagners unsentimentale Hotelrevue entwirft unter der Hand das Bild des Schriftstellers als Handlungsreisender
(Ursula März)

Paul McVeigh: Guter Junge (Wagenbach, 22,– €)
Belfast der achtziger Jahre, der Nordirlandkonflikt tobt. Entbehrungen und Gewalt und mittendrin ein verträumter Junge
(Wiebke Porombka)

Emmanuel Carrère: Das Reich Gottes (Matthes & Seitz, 24,90 €)
Hier versteht man, was die Geschichte des frühen Christentums und ein verdammt gut schreibender französischer Intellektueller gemeinsam haben.
(Iris Radisch)

Heinz Strunk: Der goldene Handschuh (Rowohlt, 19,95 €)
Große Trinkerliteratur! Der Kontrast zwischen der glasklaren Erzählstimme und dem "Schmiersuff" und Totalruin, von dem sie spricht: brutal gut.
(Marie Schmidt)

Torben Lütjen: Partei der Extreme (transcript, 14,99 €)
Okay, kein Roman, aber ein wahres Drama: Die unverzeihliche Radikalisierung der Republikanischen Partei in Amerika
(Adam Soboczynski)

Christian Kracht: Die Toten (Kiepenheuer & Witsch, 20,– €)
Ein abgründiger, samtweicher Roman über den Faschismus, das Kino und die Dämonen der Moderne.
(Felix Stephan)

Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit (Diogenes, 22,– €)
Weil alles verloren ging, worauf es ankam, begegnet Jules der Frage, worauf es unveränderlich ankommt.
(Elisabeth von Thadden)