Kritiker sehen in ihm eine Art Schauspieler, der die allzu großen Gesten liebt. Bewunderer verehren ihn als den Topmanager mit Erfolgsgarantie, den Meister seiner Zunft. Und er hat sich gut darauf eingestellt. Kaum Exklusiv-Interviews, Statements im festen Rahmen, hie und da ein überraschender Auftritt auf fremdem Parkett bei einer Lesung – so speist sich das Image des unnahbaren Genies wie von selbst.

Dabei gab es zuletzt durchaus Zweifel an ihm. Denn so einfach wie erhofft hatte die vermeintliche Traum-Liaison zwischen ihm und dem kostbaren Ensemble nicht funktionieren wollen. Natürlich hatte man vorher gewusst, dass eine Lebensabschnitts-Beziehung ins gut bestellte Haus stand und nicht gleich der Bund fürs Leben. Die Erwartungen aber waren in den Himmel gewachsen, bis man einsehen musste, dass das Traumziel unerreichbar blieb. Dass man nicht einfach kopieren kann, was einmalig glückte. Und doch, er hätte nichts besser machen können, liest man inzwischen fast unisono im Rückblick. Aber richtig einschätzen, wie diese anfangs so gefeierte Verbindung wirklich war – das können wohl nur jene aus dem inner circle. Zum Abschied gab er sich bescheiden. "Es war eine unfassbar tolle Zeit", sagte er. "Wir dürfen uns nicht zu groß fühlen, uns für die kleinen Dinge nie zu schade sein." Und weil drei Jahre nicht spurlos an einem vorbeigehen, flossen Tränen.

Und nun? Kann er andernorts mit großer Geste schalten, walten und – wer weiß – das magische Ziel vielleicht doch wieder erreichen. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 49:

Ali ibn Abi Talib (um 600 bis 661) war seit 656 vierter Kalif. Seine Gegner waren u. a. der Clan der Omajjaden und Mohammeds Witwe Aischa. Das 657 vereinbarte Schiedsgericht brachte die Charidschiten gegen ihn auf, einer der Ihren ermordete ihn. Auf Ali gehen die Schiiten zurück