Dem Philosophen Arthur Schopenhauer diente der Vergleich des Lebens mit dem Schachspiel zur Annahme eines unabänderlichen Schicksals: "Das Leben ist eine mißliche Sache, man spielt im Angesicht des je individuellen Todes ein aussichtsloses Spiel und versucht, es sich in der schlechtesten aller Welten so halbwegs einzurichten."

Man kann dies auch anders sehen. Gerhard Hund jedenfalls scheint im Alter immer mehr aufzublühen, sieht der Zukunft hoffnungsfroh entgegen und hat gemerkt: "Man kann auch im Alter noch dazulernen." Wie sagte doch der Lyriker Solon: "Älter werde ich stets, nimmer doch lerne ich aus."

Jedenfalls gewann der 84-jährige Hund beim Dresdner Schachsommer in seiner Gruppe von 62 Teilnehmern aller Altersstufen souverän mit 7,5 von 9 Punkten. Neben den guten Genen – die Mutter wurde 89, der Vater, der bekannte Quantenmechaniker Friedrich Hund, gar 101 Jahre alt – hilft ihm sicher seine ungebrochene Wachheit, mit der er beispielsweise seine Website Teleschach.de mit aktuellen Berichten aus der Schachwelt betreibt. In dieser Hinsicht ist er "vorbelastet", schließlich baute er bei der Bayer AG das weltweite Computernetzwerk als Hauptverantwortlicher mit auf. Und noch etwas: Er ist auch "Patriarch" einer Familie mit vier Schach spielenden Töchtern, von denen Barbara sogar die erste deutsche Großmeisterin wurde.

Mit welcher Kombination gewann er beim Schwarzwald-Seniorenschachturnier im September als Schwarzer am Zug zwingend gegen Heinz Alefs?

Lösung aus Nr. 49:

Welch überraschender Zug gewann für Schwarz?

Nach dem "Pferdetritt" 1...Sc5! war Weiß verloren: 2.Dxe5 scheitert an 2...Sxd3+ nebst 3...Sxe5, aber der bedrohte Turm muss auch den Springer d6 gedeckt halten. Nach 2.0-0 Sxd3 gewann Schwarz schnell