Man findet sie in der Fotoabteilung, beim Spielzeug, in der Modellbau-Ecke oder als Schnäppchen direkt an der Kasse – noch scheinen sich die Elektronikmärkte nicht sicher zu sein, wo sie die Drohnen in ihr Sortiment einsortieren wollen. Es liegt auch daran, dass Drohne nicht gleich Drohne ist. Das zeigt sich schon an der Preisspanne: Sie beginnt unter 30 Euro und endet für professionelle Modelle bei mehreren Tausend Euro.

Billige Kleinstdrohnen sind ein Spielzeug für Haus und Garten. Sie wiegen um die 100 Gramm, haben eine Reichweite von 20 bis maximal 50 Metern, und der Akku ist bereits nach wenigen Minuten leer. Im Flug sind die Minidrohnen recht wackelig, schon eine Windböe kann sie zum Absturz bringen. Oft erlaubt eine kleine Kamera an Bord Schnappschüsse. Zum Betrachten müssen die Aufnahmen aber nach der Landung erst einmal in einen Computer übertragen werden.

Ab 100 Euro beginnt das Segment der Videodrohnen. Eine App stellt eine WLAN-Verbindung zur Drohne her. Die Liveaufnahmen der eingebauten oder an einer Halterung befestigten externen Kamera werden im Flug direkt an den Piloten übertragen. Er sieht sie dann entweder auf einem Bildschirm in der Funkfernsteuerung oder auf seinem Smartphone. Der Pilot kann im Flug seine Wunschperspektive für das Video auswählen, die Aufnahme schwenken und zoomen. Mechanische und elektronische Stabilisatoren sorgen dabei für verwackelungsfreie Aufnahmen. Durch die WLAN-Verbindung ist die Reichweite allerdings auf 50 bis 100 Meter begrenzt.

Semiprofessionelle Drohnen können Videoaufnahmen in hoher Qualität liefern. Sie kosten ab 500 Euro, haben hochwertige Kameras an Bord, bleiben bis zu einer Stunde in der Luft und unterstützen den Flug mit zusätzlicher Technik. Ein Kollisionsschutz hält stets den erforderlichen Mindestabstand zu Hindernissen und zum Boden. Der Pilot kann ein bewegliches Objekt auswählen, das die Drohne dann verfolgt und stets im Visier der Kamera hält. Extremsportler nutzen das gerne, um sich aus der Luft zu filmen. Ein GPS-Empfänger navigiert die Drohne bei niedrigem Batteriestand oder auf Knopfdruck automatisch zurück zu ihrem Startplatz. Viele Flugverbotszonen sind eingespeichert und können von diesen Drohnen nicht verletzt werden.

Für Hochgeschwindigkeits-Flugwettbewerbe gibt es spezielle Racing-Drohnen. Sie sind sehr wendig und können Geschwindigkeiten über 100 Kilometer pro Stunde erreichen. Die Steuerung erfolgt per First Person View (FPV). Dabei wird dem Piloten das Livebild der Drohnenkamera mit einer Monitorbrille direkt vor die Augen gespiegelt. Auf diese Weise sieht der Pilot die Umgebung von oben, als säße er selbst in der Drohne. Bei hohen Geschwindigkeiten funktioniert das nur, wenn das Kamerabild über eine Funkverbindung analog übertragen wird. Die bei Videodrohnen übliche Digitalisierung der Bilddaten führte zu einer zu großen Zeitverzögerung.

Neben diesen Grundformen gibt es weitere spezialisierte Drohnentypen. Die größte Anwendungsvielfalt bieten Bausätze, mit denen man sich aus einem großen Angebot an Akkus, Motoren, Propellern, Stabilisierungssystemen, Sensoren und Elektronik seine Wunschdrohne selbst zusammenstellen kann. Die kann dann zum Beispiel besonders schnell oder besonders wendig sein oder besonders schwere Lasten tragen. Bastler haben schon Schusswaffen, Flammenwerfer, Kettensägen oder sogar sich selber mit solchen Konstruktionen in die Luft gehoben. In Deutschland ist das zulässige Abfluggewicht allerdings auf fünf Kilogramm begrenzt. Schwerere Drohnen sind nur für den professionellen Einsatz erlaubt und brauchen eine amtliche Startgenehmigung.