Das beste Mittel, um am Morgen nach einer frostigen Nacht eine eisfreie Windschutzscheibe zu haben, ist Vorbeugung: Man deckt die Scheibe am Abend vorher ab. Aber der Scheibenabdecker steht natürlich auf einer Stufe mit dem Schattenparker. Was also tun, wenn das Eis bereits da ist?

Kratzen ist mühsam. Den Motor im Stand warm laufen zu lassen ist verboten. Chemische Enteiser kosten Geld. Da ist die Heißwasserdusche ein einfaches Mittel, sie wirkt in Sekunden. Was spricht dagegen?

Zum Beispiel der ADAC. Der warnt, dass eine solche einseitige Erhitzung das Glas unter Spannung setzt. Die Scheibe besteht aus zwei Glasschichten mit einer Kunststofffolie dazwischen. Dehnt sich die eine Schicht aufgrund der Hitze aus und die andere nicht, kann das Glas springen. Wohlgemerkt, es kann, es muss nicht. Die Scheibe hält einiges an Temperaturunterschieden aus, etwa wenn bei kaltem Wetter im Auto das Heizgebläse läuft. Ich habe keine einschlägigen YouTube-Videos gefunden, obwohl es die sonst zu jedem Missgeschick gibt. Die Gefahr des Zerspringens besteht aber, insbesondere dann, wenn die Scheibe schon einen kleinen Schaden hat, den der Besitzer vielleicht noch gar nicht bemerkt hat.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 1 vom 29.12.2016.

Doch zum Glück muss es ja kein heißes Wasser sein. Eine Flasche kaltes oder lauwarmes Wasser aus der Leitung tut den Job genauso gut. Gießen Sie es über die vereiste Scheibe, und wischen Sie sofort mit dem Abzieher nach, bevor sich eine neue Eisschicht bilden kann. Diese Methode empfiehlt sogar der ADAC.

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