Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 10 vom 2.3.2017.

In dem Film La La Land, der am vergangenen Sonntag sechs Oscars bekommen hat, gibt es diese Szene: Die von Emma Stone gespielte Protagonistin kann nach einer Party zwischen den vielen Toyota Prius (das ist der kalifornische Volkswagen) auf dem Parkplatz ihren eigenen nicht finden, versucht ihn durch Drücken der Fernbedienung am Schlüssel zum Blinken zu bringen – vergeblich. Da zeigt ihr Ryan Gosling einen Trick: Er hält den Schlüssel an seinen Kopf, verlängert dadurch die Reichweite des Funksignals, und der Wagen piept und blinkt.

Funktioniert das wirklich? Selbst der bekannte String-Theoretiker Brian Greene kam angesichts der Szene ins Grübeln. Er postete die Frage nicht nur auf Twitter, er lieferte auch gleich eine Antwort mit: ein Video, in dem der Physiker Roger Bowley von der englischen Universität Nottingham den Effekt nicht nur demonstriert, sondern auch wissenschaftlich erklärt.

Der Autoschlüssel enthält einen Sender, der Radiowellen aussendet. In Europa beträgt deren Frequenz 434, in Nordamerika 315 Megahertz. Die Wellenlänge der Funksignale liegt dementsprechend in der Größenordnung von etwa einem Meter. Sie werden nicht nur zum Auto geschickt, sondern in alle Richtungen abgestrahlt. Ab einer gewissen Entfernung wird das Signal zu schwach, im Video sind es etwa 40 Meter. Sobald der Professor aber den Schlüssel an seinen Kopf hält, vergrößert er die Reichweite um 20 Meter.

Was macht den Kopf zum Verstärker? Es sind die Wassermoleküle in unserem Gehirn. Die elektromagnetischen Wellen bringen die Moleküle, die elektrische Dipole sind, zum Schwingen. Und wenn Schlüssel und Moleküle nahe beieinander sind, dann schwingen sie in derselben Phase, und das Signal wird verstärkt. Der Trick funktioniert sogar noch besser, wenn man statt des Kopfs eine Wasserflasche einsetzt.

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