Für manche Zeitgenossen ist der Weltuntergang immer eine Option. Nicht nur wegen Donald Trump und seines Atomkoffers. Sondern auch wegen des Klimawandels, der Vogelgrippe oder anderer Katastrophen. Man sollte sich vorbereiten. So wie die Prepper.

Prepper sind prepared, zu Deutsch: vorbereitet. Im Gegensatz zu manch religiösen Fanatikern bereiten sich Prepper allerdings darauf vor, den Weltuntergang im Diesseits zu erleben. Und zwar in Bunkern voller Vorräte und Ausrüstungsgegenstände. Die sie erst einmal anschaffen müssen, was sie zur idealen Zielgruppe der Survival-Industrie macht.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 10 vom 2.3.2017.

Und die ist echt nervig. Seit Wochen empfehlen mir werbetreibende Algorithmen im Internet den Kauf einer "taktischen Taschenlampe". Ubertorch, Tactic Light, Q250 und wie sie alle heißen. Mal wurden diese Lampen angeblich "von aktiven Soldaten getestet", mal werden sie "von den US-Navy-Seals, der Küstenwache, Feuerwehr, Polizei und jetzt auch von deutschen Bürgern verwendet", um, na klar, dem "Anstieg des inländischen Terrorismus" zu begegnen, sofern das mit einer Taschenlampe möglich ist. Damit auch der Letzte kapiert, was nun von ihm erwartet wird, folgt gelegentlich der Hinweis, dass diese Dinger bald von "den Behörden" verboten werden. Also zugreifen, bevor das Licht ausgeht im Abendland. Wer selbst nicht helle ist, braucht eben eine passende Lampe.

Hauptsache, man ist vorbereitet. So wie sich die Anbieter dieser Dinger darauf vorbereitet haben, jedem die Geschichte erzählen zu können, die er am liebsten hört. Auf dass der Prepper im Schein seiner Lampe unten im Keller hockt, Dosenfleisch löffelt und gar nicht mitbekommt, dass die Lichtblitze und Explosionen da draußen gar nichts mit dem Weltuntergang zu tun haben. Sondern mit dem großen Feuerwerk, das die Hersteller der überteuerten Antiterrorlampen veranstalten und mit seinem Geld bezahlen.