Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Einer der ganz Großen der österreichischen Politik ist zurückgetreten: Gerhard Dörfler, ehemals Nachlassverwalter des Erbes von Jörg Haider im Faschingsprinzipat Kärnten. Darob empfinden nun viele Bessermenschen, die leider den Unterschied zwischen Schmiergeld und Provision nicht verstehen, Schadenfreude. Wenn die öffentliche Hand Arbeitsplätze sichern soll, dann ist das eben eine Leistung. Und die gehört honoriert. Eine Hand wäscht die andere und meistens in Unschuld. Was ist also einzuwenden an Sponsorgeldern aus der Wirtschaft, die der Verbreitung von hehren politischen Inhalten dienen? Diese Heuchelei ist unerträglich. Politik und Wirtschaft ergeben nun einmal ein Gebräu, das den Wohlfahrtsstaat erst möglich macht. Niemand wusste das besser als Dörfler, der ja ursprünglich aus der Bierbranche kam. Wes Bier ich trink, heißt es dort, des Lied ich sing. Auch diese Wortklauberei beim Worte "Bestbieter". Bestbieter ist natürlich nicht der, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis passt. Das ist zu quantitativ gedacht. In der Kärtner Politik hat man sich der Qualität verschrieben. Am besten sind jene Bieter, denen "die Politik mehr zugetan war", wie das ein Zeuge ausdrückte. Es war also auch Platz für Poesie zu den visionären Zeiten des Zurückgetretenen. Er unterhielt schon mit Negerwitzen, lange bevor sie zum guten Ton gehörten. Er schuf ein Vergabesystem des Respekts. Und ehrlich: Die Angst ist die Hefe des Respekts. Das Ergebnis dieses Vergärungsprozesses entspricht nicht immer ganz dem Reinheitsgebot, doch hier heiligen die finanziellen Mittel den Zweck. Große Braumeister wissen, dass auch Trübes von Erfolg gekrönt sein kann. Eine Republik, die auf solche Größen verzichtet, bei der ist wirklich Hopfen und Malz verloren.