Spielen, singen, Songs schreiben: Viele Talente wurden ihr in die Wiege gelegt, und sie hat früh einen Beruf daraus gemacht – na, eigentlich sind’s zwei, und beide bieten kreativen Raum. In dem einen Beruf muss sie aber Teil eines Ganzen sein und fühlt sich eher fremdbestimmt, sagt sie – und hat daher den zweiten zu ihrem Herzensding erkoren. Da kann sie zeigen, wie sie wirklich denkt und fühlt, mal rebellisch und frech, mal melancholisch, fragil. Ihre Wandlungsfähigkeit wird bewundert, sie schätzt sich bescheidener ein: "Ich sehe mich als Künstlerin, die alles ein bisschen ist, aber nichts richtig." Und manchmal findet sie es wohl auch anstrengend, das öffentliche Leben, zumal sie es nie anders kannte: Beide Eltern sind bekannte Schauspieler und trennen sich, da ist sie grad erst vier. Die Mutter zieht mit den Kindern in die angesagte Stadt, die Kleine und ihr "großer" Bruder – er ist damals doppelt so alt wie sie – haben bald einen prominenten Zweitpapa. Eigentlich, sagt die alleinerziehende Mutter einer inzwischen 17-Jährigen, habe sie erst spät begriffen, wie anders und wie frei ihre Familie war: "Ich trug halt gern Rüschenkleider mit langen Unterhosen, Latzhosen, lange Zeit kam ich als Indianerin zur Schule. Na ja, da haben die anderen komisch geguckt, und ich bin manchmal heulend nach Hause gelaufen." Romantik-Look und Schulranzen hat sie dann abgelegt und sich direkt aufs verspielte Terrain getraut – Learning by Doing. Heute gilt die Frau mit der verführerischen Stimme und den wachen blauen Augen fast schon als Institution. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 11:

Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar- Eisenach (1811 bis 1890) heiratete 1829 Prinz Wilhelm von Preußen, der 1861 König von Preußen und 1871 deutscher Kaiser wurde. Von 1850 bis 1858 lebte sie in Koblenz und stiftete die Rheinanlagen. Ihr Gegner war Bismarck, die Ikone Königin Luise