Der Klang eines Autos ist wie die Stimme eines Menschen." Das ist einer der bleibenden Sätze an diesem Abend. Präsentation des neuen McLaren-Sportwagens in einem mäßig dekorierten Loft in Altona. Diawand, davor das Gefährt unter schwarzer Samtdecke. Es sieht aus wie eine Sofalandschaft, die sich Klingonen für Ikea ausgedacht haben.

"Gleich werden wir ihn entlüften", sagt ein Herr im Anzug, und als Laie rätselt man, ob statt enthüllen womöglich tatsächlich das gemeint ist, was man zu Hause mit dem Heizkörper macht. "Schatz, hol mal dieses Metalldings, der Wagen gluckert so komisch."

Und der Sound? Amtlich. Wer 250.000 Euro für ein Fahrzeug ausgibt, will nicht, dass der Motor nach Dieter Hallervorden klingt. Ein Sportwagen mit 720 PS, Beschleunigung von null auf hundert in 2,9 Sekunden, das muss mindestens das Schnarren von Robert De Niro sein (der frühe, aggressive aus Mean Streets).

Was lernt man noch bei dieser Veranstaltung? Erstens: Der autobegeisterte Mann hat ein Faible für zurückgegeltes Haar. Vielleicht glaubt man so den Fliehkräften zuvorzukommen, eine gut verklebte Coiffure hält auch Fahrten im Formel-1-Stil stand.

Zweitens: Die Ladys haben kein Problem mit protzigen Karren, solange sie sie selber fahren. "Der Wagen macht einen nicht sexy, der ist sexy", sagt Joanna Ottensmeyer, 24, Tochter eines Sportwagenhändlers und entsprechend kompetent in Fragen des automobilen Lebens. "Dieser McLaren ist eigentlich eher ein Frauenauto, der ist so schön filigran."

Aber mit High Heels, wie Sie sie tragen, lässt der sich nicht fahren, oder? "Klar doch, ist sogar besser mit hohen Absätzen. Da kann man sich mit den Hacken abstützen und dann durchtreten beim Gas."