Rabatte und Gutscheinaktionen holen das Schlechteste aus den Menschen heraus. So wie jüngst bei einem dieser Bescheuerter-Anlass-Sales in der Klamottenabteilung. An der Kasse wuchtet eine Frau eine Armladung preisreduzierter Klamotten auf den Tresen und zückt ein Bündel Aktionsgutscheine.

"Da!", sagt sie und streckt dem Kassierer einen ihrer Coupons entgegen. "Es tut mir leid, diese Aktion gilt nicht mehr", sagt er. "Dann der hier." – "Der lässt sich nicht mit anderen Rabattaktionen kombinieren." – "Was ist mit diesem hier?" – "Mit dem bekommen Sie 30 Prozent Rabatt, wenn Sie für mindestens 100 Euro einkaufen." – "Und wo bin ich jetzt?" – "Bei 99,37 Euro."

Pause. Totale Überforderung der Kundin. Leichte Unruhe in der Warteschlange.

"Soll ich jetzt noch was kaufen?" – "Sofern Sie den Rabatt möchten, ja."

Pause. "Aber was denn?"

Pause. Schlangenmitglieder sind genervt.

"Nehmen Sie doch eines von den Schokoherzen hier am Kassenständer. Das kostet nur einen Euro, und dann bekommen Sie die 30 Prozent." – "Gut. Ja. Also, soll ich ein rotes oder ein grünes Herz nehmen?" – "Wie es Ihnen gefällt." – "Dann ein rotes." – "Gern." – "Nein, doch lieber grün!" – "Wie Sie wünschen." – "Halt! Sind da Nüsse drin?"

Sie studiert die Zutatenliste. Mittlerweile starke Unruhe in der Warteschlange.

"Wie soll man das lesen? Doch! Hier! Nüsse! Dann lieber das rote Herz." – "Gern. Dann sind das 30 Prozent Rabatt auf den Einkauf."

Natürlich wird die Frau genau jetzt skeptisch und schaut prüfend auf ihre Auswahl. "Gibt es den Pulli hier eigentlich auch in Dunkelblau?"

Ich bin froh, dass sie hier Kleidung und keine Waffen verkaufen. Außerdem habe ich etwas gelernt: dass Rabatte und Gutscheinaktionen manche Kunden anlocken. Und zugleich andere vertreiben.