1,14 Milliarden Euro Gewinn: Das klingt nach einem Sümmchen, das die meisten Unternehmer ruhig schlafen lassen könnte. Und auch bei 537 Millionen Euro Gewinn sollte sich normalerweise die Panik in Grenzen halten. Die erste Zahl ist das Konzernergebnis 2016 von Bertelsmann, das beste seit zehn Jahren, das dessen Chef Thomas Rabe neulich in Berlin präsentierte. Und die zweite Zahl ist der Betriebsgewinn von Penguin Random House, der global agierenden Buchsparte von Bertelsmann mit weltweit 250 Verlagen. Eine halbe Milliarde reicht aber nicht, um renommierte und erfolgreiche deutsche Verlage vor diffusen Umstrukturierungen zu bewahren, über die zudem bisher niemand öffentlich reden will: Die Verlage Siedler, DVA, Knaus und Manesse, die seit Langem zu Random House gehören, werden unter einer neuen Marke Penguin Hardcover gebündelt; an deren Spitze steht jetzt die bisherige Knaus-Sachbuchleiterin Britta Egetemeier. Eigenständig verantwortliche verlegerische Leiter wird es nicht mehr geben. Unter dem neuen Namen dürften dann vom starken Profil dieser klangvollen Verlage kaum mehr als hübsch gestaltete Potemkinsche Dörfer übrig bleiben.