Von Eimsbüttel ist es nicht weit zum Flughafen. Doch obwohl in manchen Teilen des Bezirks die Flugzeuge zum Greifen nah scheinen: Will man in eins von ihnen einsteigen und sucht eine preiswerte Alternative zum Taxi, sieht es ziemlich mau aus. Wer nicht direkt an einer S-Bahn-Trasse oder vielleicht noch an der U1 wohnt, dem bleibt nur der selten verkehrende Schnellbus über den Eppendorfer Markt. Umso ärgerlicher, wenn man hört, dass es den Eimsbütteler "Airport-Express" schon einmal gab, er aber im Jahr 2003 eingestellt wurde. Wie man das ausgerechnet den kosmopolitischen Eimsbüttelern, die sich in allen attraktiven Teilen der Welt daheim fühlen, antun konnte – ein Rätsel. Es sei denn, dahinter steckte eine geheime Übereinkunft mit dem Taxigewerbe, beziehungsweise ein anderer perfider Plan der Stadt. Nur welcher?

Tatsächlich, bestätigt der HVV, gab es früher eine Verbindung zwischen Altona und dem Flughafen: den Schnellbus Nummer 52, der auch Eimsbüttel querte, im 30-Minuten-Takt fuhr und nur selten stoppte – ideale Voraussetzungen für flugfreudige Eimsbütteler. Allerdings, sagt Sprecher Rainer Vohl auch: Im Durchschnitt habe es "drei bis fünf Fahrgäste pro Fahrt" gegeben. Warum es nicht mehr waren, das erfasste der HVV nicht, aber fest steht: Es waren zu wenige. Natürlich, räumt Vohl ein, müsse öffentlicher Nahverkehr immer subventioniert werden, und insofern "lohne sich" eine Buslinie nach rein ökonomischen Kriterien nie. "Die gängigen Empfehlungen", so Vohl, gingen aber davon aus, dass mindestens "fünf bis sieben Fahrgäste je Bus in Zeiten schwacher Nachfrage als Empfehlung genannt werden, um das Angebot zu rechtfertigen"; im "städtischen Kerngebiet" müsse "die Nachfrage deutlich höher sein". Dass so viele Menschen den Airport mit einer gewissen Regelmäßigkeit ansteuern könnten, damit rechnen die HVV-Strategen nicht. Und sicher, man könnte den Bus dann seltener, etwa im Stundentakt, fahren lassen. Allerdings, so steht zu befürchten, würden selbst die vernachlässigten Eimsbütteler Flugreisenden dieses Angebot als zu unattraktiv empfinden, um es wahrzunehmen.

Bleibt nur die Suche nach Alternativen. Sich das Taxi vom Munde abzusparen, die Taxizentralen zu bestürmen, Sammeltaxis anzubieten. Oder wenn möglich – und viel umweltfreundlicher – mit der Bahn zu fahren. Ist er das, der perfide Plan der Stadt?