Sie hatte schon an einigen Theatern gespielt, dann gelang ihr der Sprung an eine renommierte Bühne der Hauptstadt. Ihr Können beeindruckte, nun stand sie am Beginn einer großen Karriere. Doch die neuen Herren an der Macht verhängten auch über sie ein Berufsverbot. Ihr Mann, obwohl überzeugter Deutschnationaler, schützte sie, erhielt die Ehe aber nur formal aufrecht. Als Arzthelferin arbeitete sie in seiner Praxis im Schwäbischen.

Die Auswanderung des Paars nach Chile scheiterte; das Schiff, auf dem sie reisten, wurde bei Ausbruch des Krieges in seinen Heimathafen zurückbeordert. Sie überlebte ungebrochen in Versteck und KZ, Kraft gaben ihr die Worte ihrer Mutter auf einem aus der Haft geschmuggelten Zettel: "Die Welt kann nur miteinander leben, wenn das Wort Liebe groß geschrieben wird. Liebe und Toleranz."

Nach zwölf ihr gestohlenen Jahren wollte sie dann vor allem eines: wieder Theater spielen. Ihr Programm war einfach und überzeugend: "Ich hatte das Gefühl, etwas tun zu müssen, was den Menschen die Schläfrigkeit aus den Augen nimmt, die Müdigkeit aus den Herzen treibt. Ich wollte sie zum Denken bringen." Als Prinzipalin ihres eigenen Theaters entdeckte sie junge Dramatiker und scheute sich nicht vor schwierigen Stücken. Sie sei "die sanfteste Diktatorin, die sich denken lässt", rief ihr einer ihrer Autoren nach. Bis ins hohe Alter stand sie auf der Bühne, trat im Fernsehen auf, ihre Stimme erklang in vielen Hörspielen. Bewundert und geliebt starb sie in einer Stadt, die sie zuletzt hoch ehrte. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 14:

Konosuke Matsushita (1894 bis 1989), japanischer Industrieller. Er gründete das Unternehmen Matsushita Electric Industrial in Osaka, jetzt Panasonic Corporation. Seine "Sieben Prinzipien" gelten bis heute als Maßstab eines humanen Unternehmertums, manche Japaner verehren Matsushita als "Gott des Managements"