Als am Donnerstagmorgen das Mobiltelefon von Resul Özcelik klingelt, will er den Anruf erst nicht annehmen. Eine unterdrückte Nummer. Özcelik hat im letzten Jahr zu viele Drohanrufe erhalten, als "Landesverräter", "Bastard" und "ehrenloser Hund" wurde er beschimpft. Als er schließlich doch abnimmt, meldet sich ein Beamter des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen. Der warnt ihn: Özcelik stehe auf der Liste von angeblichen Extremisten, die der Chef des türkischen Geheimdiensts MIT am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz an den Bundesnachrichtendienst übergeben hat.