Der gefälschte Passierschein war ein Risiko, dass die beiden Männer einen Autounfall haben, ist eine Katastrophe. Alle starren sie an, und Aufmerksamkeit kann tödlich sein. George und Phil sind schwul, seit 15 Jahren verheiratet, gemeinsam ziehen sie ihre Adoptivtochter Gabrielle groß. Für die wollen sie ein Geburtstagsgeschenk in der Pariser Innenstadt besorgen, zu der Homosexuelle keinen Zutritt mehr haben.

Es ist ein düsteres Lehrstück über Diskriminierung und Radikalisierung, das Christophe Léon erzählt: Homosexuelle haben eingeschränkte Rechte, müssen rosafarbene Rauten auf der Kleidung tragen und leben in einem Ghetto. Dort wartet Gabrielle auf ihre beiden Väter und erzählt in Rückblenden von der schleichenden Veränderung der Gesellschaft und der zunehmenden Ausgrenzung, während ihre Väter von gesetzestreuen Bürgern und Drohnen durch die Stadt gejagt werden. Ein Dystopie? Klar – und zugleich auf unheimliche Weise realistisch.

Christophe Léon: Väterland. Ab 14 Jahren; Deutsch von Rosemarie Griebel-Kruip; Mixtvision 2017; 116 S., 9,90 €