erinnerst Du Dich, als wir uns an diesem verregneten Hamburger Herbsttag trafen? Du warst gerade aus dem Irak zurück und ich aus der Ostukraine. Du hattest Massengräber gesehen, mich hatte eine Recherche durch zerbombte Dörfer geführt. Wir saßen in einem hellen Restaurant und redeten und kamen uns in der deutschen Ordentlichkeit und der hanseatischen Kühle ziemlich fremd vor. Irgendwann erzähltest Du mir dann von Frauen, die im irakischen Flüchtlingslager Stunden mit Make-up und Maniküre verbrachten. Und ich sah sofort die Georgierinnen vor mir, die durch den Krieg fast alles verloren hatten und sich trotzdem mit Hingabe die Haare machten.