Der Ukrainer Wassili Iwantschuk (48) alias "Tschuki" ist gerade wegen seiner Schrullenhaftigkeit überall beliebt, ein Kauz, der in seiner eigenen Welt lebt. An guten Tagen spielt er wie ein Weltmeister, an schlechten wie ein Patzer. Bei der letzten Schacholympiade in Baku trat er nicht für sein Land an, nahm stattdessen lieber an einem Dameturnier in Polen teil. Hat er vielleicht etwas gegen die Ukraine? Aber nein, wegen des Krieges mit Russland bevorzugt er sogar künftig die ukrainische Schreibweise "Vasilj" seines Vornamens. Bei der Schnellschach-WM in Katar besiegte er unter anderem den norwegischen Weltmeister Magnus Carlsen (26) in einer feinen Positionspartie.

Selbst Carlsen, der das Verlieren hasst und bei Punktgleichheit mit dem neuen Weltmeister Iwantschuk und dem Russen Alexander Grischuk nach Wertung nur die Bronzemedaille gewann, war danach großzügig: "Wenn ich irgendjemand diesen Erfolg gönne, dann ihm." Tschuki strahlte über sämtliche Backen, musste indes mehrmals auf die Bühne gerufen werden, weil er während der Preisverleihung in eine Damepartie versunken war. Schnell eilte er denn auch zum Damespiel zurück, mit baumelder Goldmedaille um den Hals, in der einen Hand einen Blumenstrauß, mit der anderen ziehend: ein köstliches Bild!

Vorher musste er aber in der letzten Runde noch gegen den Armenier Hrant Melkumjan (27) gewinnen – im Schach, wohlgemerkt! Wie schaffte er das als Weißer am Zug?

Lösung aus Nr. 15:

Wie eroberte Weiß mit geschickten Schachgeboten gegen den exponierten König die schwarze Dame?

Nach 1.Le4+! Lxe4 2.Txd6+! gab Schwarz schon auf, weil er nach 2...Dxd6 3.Dh5+ Kf6 4.Sxe4+ Ke7 5.Sxd6 die Dame verlöre