Groß, so groß wie möglich, sollte die Türkei sein. Im Südosten würden Mossul und Aleppo dazugehören, im Westen Terrain, das heute griechisch ist: So stellte es sich 1920 die türkische Befreiungsbewegung unter General Mustafa Kemal Pascha vor. Drei Jahre später – nach langen Kämpfen und blutigen Vertreibungen – fiel das Staatsgebiet, festgelegt im Vertrag von Lausanne 1923, nicht gar so groß aus. Doch Mustafa Kemal, nun Atatürk ("Vater der Türken") genannt, machte seinen Frieden mit dem Erreichten. Die Türkische Republik wurde gegründet. In ihren Grenzen ist sie seither fast unverändert geblieben. Wenn es allerdings nach Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan und seiner Regierung geht, muss dies nicht so bleiben.