Am ersten Sonntag im Mai ist Weltlachtag. Dann dürfen Sie kichern, losprusten und sich schütteln, falls Sie sonst nicht viel zu lachen haben. Doch selbst der schönste Anlass ist noch lange kein Grund. Viele Anlässe dienen nämlich nur dazu, an zu Recht vergessene Unwichtigkeiten zu erinnern und, wenn möglich, zum Geldausgeben zu animieren. Anlässlich des Weltlachtags könnten Sie sich ja mal wieder was Lustiges auf Netflix raussuchen.

Weil das Prinzip so gut funktioniert, ist mittlerweile fast jeder Tag ein besonderer. Im Mai findet auch der Tag der verlorenen Socke, der Welthandtuchtag sowie der Star Wars-Tag statt (May the 4th be with you). Am 1. Juni können Sie gleichzeitig Weltmilchtag, Weltbauerntag und Weltelterntag feiern, was schwierig wird, sofern Sie nicht zufällig einer Milchbauernfamilie entstammen. Wenig später (21. Juni) findet der Tag des Schlafes statt, dummerweise in diesem Jahr an einem Mittwoch. Feiern Sie ihn lieber nachts. Oder verrechnen Sie ihn mit dem Tag der Arbeit, und erzählen Sie Ihrem Chef, dass Sie am 1. Mai an Ihre Arbeit gedacht haben, obwohl der Tag ja eigentlich frei war. Er wird es verstehen.

Begehen Sie den Tag der Schokolade (7. Juli) oder den der Hängematte (22. Juli), berauschen Sie sich an den Tagen des Bieres, die am 23. April (deutsches Bier) und am ersten Freitag im August (internationales Bier) zu feiern sind. Denn der Herbst wird anspruchsvoll. Den Auftakt macht der Weltvegetariertag (1. Oktober, kein Fleisch), gefolgt vom Welternährungstag (16. Oktober, Fleisch möglich), dem Weltnudeltag (25. Oktober, Soßen und Käse erlaubt) und schließlich Anfang November dem Weltvegantag (wie 1. Oktober, aber diesmal auch ohne Käse, Ei, Milch und Honig). Um diese und alle weiteren Aktionstage nicht zu vergessen, erstellen Sie am besten eine Liste. Wenn Sie nämlich wissen, wann Sie etwas zu tun haben, müssen Sie sich nicht mehr damit befassen, warum Sie es tun.