Wer sich für Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (Mint) interessiert, hat glänzende Aussichten, scheint es. Zahlreiche Initiativen werben darum, dass sich noch mehr Schüler und Abiturienten für diese Fächer interessieren.

Im vergangenen Jahr zählte die Bundesagentur für Arbeit 602.000 offene Stellenangebote für Mint-Absolventen, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Das ergab eine aktuelle Sonderauswertung der Bundesagentur für die ZEIT. Allerdings sind längst nicht alle Mint-Fächer so nachgefragt, wie die Kampagnen suggerieren. Rund 90 Prozent der Stellen sind für Techniker ausgeschrieben, so die Sonderauswertung. Engpässe gibt es laut Bundesagentur für Arbeit bei Akademikern vor allem in der Informatik und den Ingenieurwissenschaften.

Auch wer Metallbau und Schweißtechnik, Fahrzeugtechnik oder Mechatronik und Automatisierungstechnik studiert, hat derzeit gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Durch die vielen Studienanfänger in den Mint-Berufen sollte der Bedarf jedoch langfristig gedeckt werden, urteilt die Bundesarbeitsagentur. Laut Statistischem Bundesamt sind in den Mint-Fächern insgesamt mehr als eine Million Studenten eingeschrieben.

Sorgenkind unter den Naturwissenschaftlern sind die Biologen. Das Fach ist sehr beliebt, Stellen gibt es aber nur wenige. Die Arbeitslosenquote liegt mit fünf Prozent deutlich über dem Durchschnitt der Akademiker insgesamt (2,6 Prozent).

Die weitaus größere Nachfrage gilt Fachkräften mit Berufsausbildung. Sie werden vor allem in der Elektrotechnik, Mechatronik und Automatisierungstechnik gesucht.

Die meisten offenen Stellen gibt es in Bayern und Baden-Württemberg, so der Mint-Herbstreport 2016 des Instituts der deutschen Wirtschaft. Aber auch laut diesem Bericht bestehen Engpässe vor allem bei den Ausbildungsberufen. Beste Chancen haben übrigens Frauen, die sich zur Technikerin ausbilden lassen.