"Ich bin von armen, aber frommen Eltern geboren, habe die Hälfte meiner Kindheit bald in einem einsamen Dorf, bald in einer berühmten Stadt zugebracht. Da habe ich früh gelernt arm sein und reich sein." So schreibt er im Entwurf seiner Antrittspredigt in einer Gemeinde seines geliebten Heimattals. Aber aus der ersehnten Pfarre in einem friedlichen Landort wurde nichts.

Das Lehrtalent des studierten Theologen hatte sich herumgesprochen, "eine unsichtbare Hand" hatte ihn "immer höher hinauf, immer weiter von dem Ziel meiner bescheidenen Wünsche hinweggeführt". Er wurde zum Direktor des Gymnasiums der Landeshauptstadt berufen, war Hofprediger, Prälat der Landeskirche und Mitglied der Ständeversammlung, schließlich Professor der Systematik.

In aller Bescheidenheit war er stolz auf den Erfolg seiner Gedichte, mit denen er seine "sonst so verachtete und lächerlich gemachte Sprache klassisch" hatte werden lassen – unter dem Beifall zweier Literaturgrößen. Widerstrebend übernahm er die Schriftleitung einer periodischen Publikation. Für sie schrieb er kurze, pointierte Geschichten. Sie waren lehrreich und unterhaltend, verbanden Weltwissen mit aktuellen Nachrichten und manchmal augenzwinkernder Moral. Ihren Erfolg und ihre Wirkung bezogen sie auch aus einfachen Stilmitteln und einem lebendigen Erzählton. Ein bedeutender Philosoph pries eine seiner Geschichten als "die schönste der Welt", und eine Wochenzeitung nahm sie unter ihre "100 Bücher" auf. Er starb auf einer Dienstreise. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 16:

Andreas Wolff, geb. 3. März 1991 in Euskirchen, gilt seit der Europameisterschaft 2016 als "das Gesicht des deutschen Handballs". Dort sicherte der 1,98 Meter große Nationaltorwart seinem Team den EM-Titel. Bei der WM 2017 scheiterten die "Bad Boys" im Achtelfinale an Katar. In der Bundesliga spielt er beim THW Kiel