Nicht gerade bescheiden nannte sich schon vor seinem Weltrekordversuch im Blindsimultanspiel im bestens dazu passenden Las Vegas der aus Usbekistan stammende US-Großmeister Timur Gareyev (29) "Blindschachkönig".

Da war es allerdings noch der Deutsche Marc Lang, der 2011 "blind", also ohne Ansicht der Bretter, gegen 46 Gegner, die allesamt ein Brett vor ihren Augen hatten, mit 25 Siegen, 19 Remisen und nur zwei Niederlagen ein glänzendes Ergebnis erzielte und damit den Rekord des legendären Miguel Najdorf an 45 Brettern 1947 in São Paulo übertrumpfte.

Gareyev erreichte in 19 Stunden höchster körperlicher und mentaler Anspannung an nun sogar 48 Brettern 35 Siege und 7 Remisen bei 6 Verlusten. Und nicht nur der Normalschachspieler fragt sich, wie solche geistigen Höchstleistungen möglich sind. Gareyev gibt in New in Chess an, er sehe vor seinem inneren Auge nicht einfach nur Figuren auf einem Schachbrett, sondern 48 verschiedene "Kunstwerke", und zitiert den französischen Maler Paul Gauguin mit dessen berühmtem Ausspruch: "Ich schließe meine Augen und sehe."

Bei der unabdingbaren körperlichen Ausdauer indes halfen ihm mehrere Marathonläufe, tägliches Yoga, vegane Diät und – besonders wichtig – häufiges Radfahren auf einem Hometrainer, um die Konzentrationsfähigkeit zu steigern.

Wie eroberte er nach einem Damenopfer gegen Scottson White die schwarze Dame unter Zinsen zurück?

Lösung aus Nr. 16:

Mit welcher feinen Zugfolge gewann Weiß?

Nach 1.Ld6! Dc8 (bei 1...Dd5 setzt 2.Df8+ Ke6 3.De7+ Kf5 4.g4+ matt) 2.De7+ Kg8 3.Le5! gab Schwarz auf, weil das Matt auf g7 nur durch 3...Df8 zu verhindern gewesen wäre, dann aber der Läufer b7 hinge