Nicht erst seit der Kölner Silvesternacht drängt die Frage: Wie kriminell sind Flüchtlinge? In der nächsten Woche will Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit der Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 Antworten geben.

Die gute Nachricht: Über 90 Prozent der sogenannten Zuwanderer – in erster Linie Flüchtlinge und Asylbewerber – waren rechtstreu. Die schlechte Nachricht: Die Gewaltkriminalität steigt – und dafür sind vor allem Zuwanderer verantwortlich. In Bayern stellten sie ein Fünftel aller Gewalttäter, in Niedersachsen etwa jeden zehnten. Das haben Recherchen von ZEIT und ZEIT Online ergeben. Sie basieren auf Erhebungen aller 16 Bundesländer.

Warum Zuwanderer besonders oft kriminell werden? Viele von ihnen haben selbst Gewalt erfahren und sind traumatisiert. In den Massenunterkünften entladen sich schnell Frust, Männlichkeitswahn und Rivalitäten. Dort werden auch mit Abstand die meisten Körperverletzungen verübt – von Flüchtlingen gegen Flüchtlinge. Studien zeigen außerdem, dass Zuwanderer im Vergleich zu deutschen Tatverdächtigen doppelt so häufig angezeigt werden. Vor allem aber: Auf der ganzen Welt sind Gewalttäter überwiegend 14- bis 29-jährige Männer. Und unter den Zuwanderern ist ebendiese Gruppe mit knapp 40 Prozent besonders groß.

Die Kriminalität von Zuwanderern ist also nicht herbeigeredet, sondern ganz real. Es gibt dafür auch Lösungen: Massenunterkünfte sind Brutstätten der Gewalt und sollten so schnell wie möglich aufgelöst werden. Jungen Flüchtlingen muss weit mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Sie brauchen Ausbildung, Jobs und Lebensperspektiven. Jeder Euro Steuergeld, der für die lange verpönten staatlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ausgegeben würde, wäre sinnvoll investiert. Integration kommt nicht von selbst, sie muss gelenkt werden. Schließlich sollte konsequenter zwischen Flüchtlingen und Migranten unterschieden werden. Jene, die keinen Anspruch auf Schutz haben, müssen an der Grenze aufgehalten und abgeschoben werden.

Wenn all das geschieht, wird auch die Gewaltkriminalität wieder sinken.

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