Das Franzbrötchen kam nach Hamburg zur Zeit Napoleons. Die französischen Truppen brachten Weißbrot mit, das ein hiesiger Bäcker mit viel Butter und mutmaßlich Zimt ausgiebig in einer Pfanne briet.

Wenige Tage vor der Stichwahl in Frankreich ist das Franzbrötchen mehr als eine Hamburger Spezialität. Es ist ein politisches Instrument. Franzbrötchen essen heißt nun: Farbe bekennen für die Demokratie, für Toleranz und Aufgeschlossenheit.

In diesen Tagen genießt man das Franzbrötchen bewusster, fragt sich, ob es eine Obergrenze für neue Zutaten geben sollte (Schokostreusel, Früchte, Marzipan) und ob beispielsweise Einflüsse aus dem Orient dem Geschmack dienlich oder abträglich wären. Gehört der Kardamom zum Franzbrötchen? Man sollte es unbedingt versuchen.