Im Frühjahr 2006 kauft Michael W. eine Prepaidkarte, um den Priester Otmar M. telefonisch anzuzeigen. W. will unerkannt bleiben, er hat Angst. Was, wenn am Ende Aussage gegen Aussage steht? Wenn sich das Blatt wendet und der Pfarrer ihn wegen Rufmords anzeigt und er, das Opfer, als Täter dasteht? Michael W. wählt die Nummer der Pressestelle des Landeskriminalamtes in Saarbrücken. Am Telefon beschuldigt er Priester Otmar M., ihn seit 1998 mehrfach sexuell belästigt zu haben. Er erzählt seine ganze Geschichte, nennt Orte, Namen, kommt ins Reden – und verplappert sich. Sein Plan, anonym zu bleiben, geht schief. Die Frau am Telefon versichert ihm, die Zuständigen zu informieren. Die Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren gegen Pfarrer M. ein. Wenige Monate später wird das Verfahren wegen Verjährung eingestellt.