Kostbares Gut

Seit Jahrzehnten geben Krankenkassen und Patienten für die Gesundheit mehr und mehr Geld aus. 1992 lagen die Ausgaben in Deutschland noch bei durchschnittlich 1.981 Euro pro Kopf, zwanzig Jahre später schon bei 3.783 Euro und 2015 bei 4.213 Euro. Das entspricht einer Summe von 344 Milliarden Euro, die 2015 insgesamt für die Gesundheit der Menschen in Deutschland aufgewandt wurden. Diese Entwicklung wird wohl zunächst weitergehen, weil viele Technologien sowie Medikamente neu auf den Markt kommen – und weil die Industrie noch immer einen Weg gefunden hat, die Kosten in die Höhe zu treiben.

Kurzer Aufenthalt

1992 lagen Patienten in Deutschland durchschnittlich 13 Tage im Krankenhaus, 2015 nur noch etwas mehr als 7 Tage. Diese deutliche Verkürzung ist zum einen auf den medizinischen Fortschritt und eine zunehmende Verlagerung hin zu ambulanter Behandlung zurückzuführen. Zum anderen spiegeln die beiden Zahlen wider, dass das Gesundheitssystem und damit die Krankenhäuser unter großem wirtschaftlichen Druck stehen. Seit 2004 bekommen sie von den Krankenkassen nicht mehr die Tage bezahlt, die ein Patient in der Klinik verbringt, sondern eine sogenannte Fallpauschale, die für jede Krankheit festgelegt ist. Es bringt ihnen also kein zusätzliches Geld ein, wenn sie ihre Patienten länger in der Klinik behalten, im Gegenteil: Je schneller jemand entlassen wird, desto weniger kostet er die Klinik – und desto mehr lohnt sich die Pauschale. An dieser Regelung gibt es naturgemäß Kritik von den Kliniken, aber auch von vielen Ärzten.

Steigender Einfluss

Dieser Text gehört zu ZEIT Doctor – dem Ratgeber, der hilft, gesund zu bleiben.

Es ist viel von der alternden Gesellschaft die Rede, und tatsächlich wächst der Anteil der alten Menschen an der Bevölkerung stark. Das liegt am Geburtenrückgang und an der steigenden Lebenserwartung: Diese hat sich seit dem 19. Jahrhundert fast verdoppelt. 2014 waren von den 81 Millionen in Deutschland lebenden Menschen 22 Millionen 60 Jahre oder älter – mehr als jeder vierte Einwohner also. Nach Schätzungen wird schon 2030 jeder dritte 60 Jahre oder älter sein. Mit dem steigenden Anteil an der Bevölkerung wird auch der Einfluss der älteren Menschen zunehmen.