ab 7 Jahren

Hummeln sind Langschläfer, und das ist eine ziemlich clevere Eigenschaft. Die Tierchen kriechen nämlich erst dann aus ihren Winternestern, wenn der Frühling so richtig da ist und sie genug Futter finden. Was die dicken Brummer den Rest des Jahres so treiben, erzählt Das kleine Hummelbuch. Man erfährt nicht nur allerlei Erstaunliches über die Insekten, etwa warum es am Morgen zu besonders hohem Hummelverkehr auf der Wiese kommt, wie es ihnen gelingt, sich in der Luft zu paaren, und dass Hummeln wie kleine Stinktiere ein übel riechendes Sekret ausscheiden, um Feinde zu vertreiben. Man lernt gleichzeitig fast noch mehr über die Pflanzenwelt, in der Hummeln herumsummen. Was da blüht im Wald und auf der Wiese im Verlauf der Jahreszeiten, aus welchen Blüten welche Beeren werden und warum Samen das Gedächtnis der Blumen sind – Stefan Casta hat kleine Sachtexte verfasst, die voller überraschender Details stecken und die zeigen, wie Tiere und Pflanzen mit- und voneinander leben. Umrankt werden sie von Maj Fagerbergs kleinteiligen und naturgetreuen Illustrationen der Pflanzen. Man kann mit dem Buch tatsächlich losziehen und Blumen, Gräser und Früchte bestimmen. Die Zeichnungen der Hummeln allerdings stehen dazu in krassem Kontrast: Mit Krönchen und Pausbäckchen und Grinsegesichtern sind die Insekten leider einfach kitschig. Da hilft wohl nur eins: raus in die Natur und lebendige Exemplare betrachten.

Stefan Casta/Maj Fagerberg (Ill.): Das kleine Hummelbuch.
Aus dem Schwedischen von A. Kutsch; Sauerländer Verlag 2017; 56 S., 12,99 €