Seine Eltern sorgten für eine gründliche, den Prinzipien der Aufklärung verpflichtete Erziehung. Und er erwies sich als intelligenter, lernbegieriger, aber etwas altkluger Schüler, interessiert an Naturwissenschaften und Technik. Als dritter Sohn hatte er allerdings wenig Aussichten auf eine glänzende Position. Doch der frühe Tod seines älteren Bruders eröffnete ihm die Nachfolge in einem Großherzogtum. Ausgestattet mit sehr genauen Instruktionen seiner übermächtigen Mutter, reiste der 18-Jährige, frisch verheiratet, in das abgewirtschaftete und von einer Hungersnot geplagte Land, das er regieren sollte.

Auf loyale und fähige Berater gestützt, begann er ein gründlich vorbereitetes und alle Bereiche des öffentlichen Lebens umfassendes Reformwerk. Schritt für Schritt entstand ein Musterland der Aufklärung. Er liberalisierte den Handel mit Lebensmitteln, führte die Gewerbefreiheit ein, baute eine effiziente Verwaltung auf und ersetzte das Militär durch eine Bürgermiliz. In einem zweiten Reformschub gab er den Auftrag zur Ausarbeitung einer ständischen Verfassung, schaffte Folter, Todesstrafe und Schuldhaft ab und erließ ein in Europa vorbildliches Strafgesetz. Die Umgestaltung des Erziehungs- und Unterrichtswesens blieb unvollendet, der Tod seines autokratischen Bruders zwang ihm eine schwierige Nachfolge auf. Er entschärfte Aufstände und Kriegsgefahren, widerrief drückende Steuererlasse und begann eine maßvolle Reformpolitik.

Der plötzliche Tod dieses "Friedensfürsten" und "Weisen" gab Anlass zur Spekulation, er sei vergiftet worden. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 18:

Peter Maria Simonischek, geb. 6. August 1946 in Graz, ist ein österreichischer Schauspieler. Seit 1989 ist er mit Brigitte Karner verheiratet, seit 1999 fest am Wiener Burgtheater, 2002 bis 2009 gab er den "Jedermann" in Salzburg. Maren Ades Erfolgsfilm "Toni Erdmann" machte ihn 2016 auch international berühmt